Religion entschied über Grenzverlauf

Die am Sonntag eröffnete Sonderausstellung im Museum Wolfhalden ist der Gemeinde Reute gewidmet. Einzigartig war in Reute die Grenzziehung nach 1597, die je nach Religionszugehörigkeit erfolgte: Katholiken gehörten zu Oberegg und Reformierte zu Reute.

  • Als Ausstellungsmacher gewährte alt Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger spannende Einblicke in «seine» Gemeinde Reute, die im Zweiten Weltkrieg mit dem Neienriet über wertvolles Kultur- und Agrarland verfügte. (Bild: Peter Eggenberger)

    Als Ausstellungsmacher gewährte alt Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger spannende Einblicke in «seine» Gemeinde Reute, die im Zweiten Weltkrieg mit dem Neienriet über wertvolles Kultur- und Agrarland verfügte. (Bild: Peter Eggenberger)

Die unverfälscht erhaltenen Stuben im 400-jährigen Haus Alte Krone waren der ideale Ort, um in die spannende Geschichte der Gastgemeinde Reute einzutauchen. Vor überaus zahlreich erschienenem Publikum aus der ganzen Region würdigte Eugen Schläpfer als Präsident des Museumsvereins die grossen Verdienste der Ausstellungsmacher mit alt Gemeindepräsident Arthur Sturzenegger an der Spitze. Ein spezieller Gruss galt Ernst Züst, Ehrenpräsident des Vereins, sowie Gemeindepräsident Gino Pauletti, Wolfhalden. Dieser dankte der Freiwilligengruppe rund um das sehenswerte Museum, das förderungswürdiger Mosaikstein im kulturellen Angebot der Gemeinde sei.

Gemeindegebiet ist ein Flickenteppich 

Bei der Landteilung in Ausser- und Innerrhoden im Jahre 1597 erfolgte die Grenzziehung im Gebiet von Oberegg und Reute je nach Religionszugehörigkeit. Höfe mit katholischen Bewohnern wurden Oberegg und Liegenschaften im Eigentum von evangelisch-reformierten Besitzern Reute zugeschlagen. Der so entstandene Flickenteppich sowie die 1688 eingeweihte Kirche als Schönste im Land (Originalton Eugen Steinmann, Kulturhistoriker, Trogen) sind zwei der vielen Schwerpunkte der Ausstellung, in die Arthur Sturzenegger einführte. Bei dieser Gelegenheit dankte er Esther Rechsteiner als Zuständige für die vielen Audiobeiträge, Hans Eugster für die graphische Gestaltung und Museumsbauchef Bruno Kobel für ihre tatkräftige Mithilfe. 

Ein Wolfhäldler regierte in Reute

Weiter thematisiert die Sonderausstellung die in den Jahren des Zweiten Weltkriegs erfolgte Melioration (Urbarmachung) der grossen Fläche im Neienriet und die damit verbundene Anbauschlacht. Auch auf den hier einst üblichen Abbau von Torf wird eingegangen. Zwei grosse Porträts zeigen Arnold Hohl und Gattin Elsa. Von Wolfhalden stammend, wirkte er in den 1880er Jahren als umsichtiger Gemeindehauptmann von Reute. Nach dem offerierten Apéro widmeten sich Besucherinnen und Besucher vertieft der faszinierenden Ausstellung, die viel zum Verständnis der engeren Heimat beiträgt. Ebenfalls noch gezeigt wird in der laufenden Saison die Sonderausstellung rund um den Appenzeller Witzwanderweg, der grösstenteils über Wolfhäldler Territorium führt.

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