WWF und Pro Natura fordern weiteres Wildruhegebiet für Innerrhoden

Am Montag, 6. Dezember tagt der Grossrat zur Revision des Kantonalen Jagdgesetzes. Neu sollen drei Wildruhegebiete geschaffen werden. Die Organisationen Pro Natura St.Gallen-Appenzell und WWF Appenzell fordern ein weiteres Wildruhegebiet, «damit auch das Rotwild profitieren könnte».

  • Laut dem WWF Appenzell und Pro Natura St.Gallen-Appenzell kommt das Rotwild bei den geplanten Wildruhezonen zu kurz. (Symbolbild: Bigstock)

    Laut dem WWF Appenzell und Pro Natura St.Gallen-Appenzell kommt das Rotwild bei den geplanten Wildruhezonen zu kurz. (Symbolbild: Bigstock)

Konkret schlägt die Standeskommission als Wildruhegebiet Chalberer, Marwees und Brugger Wald vor. Das Gebiet Chalberer ist für das Birkwild wichtig, die Marwees für das Gamswild. Der Brugger Wald ist ein wichtiger Lebensraum für das Auerwild. Für diese Arten ist die Schaffung dieser Wildruhegebiete absolut zentral. Das Rotwild indes profitiert wenig von den vorgeschlagenen Wildruhegebieten, denn es kommt in diesen Gebieten kaum vor. Damit auch das Rotwild profitieren könnte – was ja die ursprüngliche Intention war – müsste mindestens noch das Gebiet Sonnenhalb als Wildruhegebiet in das Jagdgesetz aufgenommen werden. Ausserdem müsste im Brugger Wald zugunsten des Auerhuhnes der bisher nicht ausgeschiedene Weg bis zum Löchli aus dem Katalog der erlaubten Wege herausgestrichen werden. Denn eine generelle Öffnung dieses Wegs würde eine massive Unruhe ins Gebiet bringen.

Sonnenhalb zwingend, um Wald-Hirsch-Problematik zu entschärfen

Die Schaffung von Wildruhegebieten ist immens wichtig für die hier lebenden störungsempfindlichen Arten. Die drei vorgeschlagenen Wildruhegebiete sind wichtige Gebiete, aber sie genügen in der vorgeschlagenen Form nicht. Nur mit einer Anpassung und Erweiterung mit dem Gebiet Sonnenhalb kann auch der Wald-Hirsch-Problematik entgegengewirkt werden. Fachlich wäre zum Schutz der Hirsche auch eine Ausdehnung des Wildruhegebietes Brugger Wald im bestehenden Jagdbanngebiet gegen Osten sinnvoll. Nur wenn alle ihren Beitrag beisteuern, wird künftig bei sehr hohen Beständen die Regulation der Hirschpopulation im Jagdbanngebiet möglich bleiben.

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