Schwieriges Marktumfeld und erfolgreiche Neulancierungen

Die SO Appenzeller Käse GmbH hielt gestern Freitag ihre Generalversammlung im Gemeindesaal Uzwil ab. In einer Medienmitteilung informierte das Unternehmen über das vergangene Geschäftsjahr.

  • Bild: zVg.

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Im Geschäftsjahr 2023 setzte sich die, seit 2022, rückläufige Tendenz bei Absatz und Produktion fort, teilt das Unternehmen in ihrer Medienmitteilung mit. Die Konsumentenstimmung zeige sich nach wie vor sehr verhalten, was angesichts der vorherrschenden Unsicherheit über die politische und wirtschaftliche Zukunft in Europa wenig verwundere. Positiv sei, dass dank der eingeleiteten Sparmassnahmen trotz Mindereinnahmen eine nahezu ausgeglichene Jahresrechnung präsentiert werden konnte und sich der Absatzrückgang im Export gegenüber dem Vorjahr deutlich verlangsamte. «Mit der erfolgreichen Lancierung des neuen Appenzellerin® Elegant Käses konnte die SO Appenzeller Käse GmbH zudem neue Konsumentinnen und Konsumenten ansprechen und so die Voraussetzungen für zukünftiges Wachstum schaffen.» heisst es in der Mitteilung weiter.

Der Gesamtabsatz ging um 8,5 Prozent auf 8‘257 Tonnen deutlich zurück, wobei insbesondere das Inlandgeschäft mit einem Rückgang von 12,4 Prozent stark betroffen war, währenddem das Exportgeschäft lediglich 4,5 Prozent verlor. Der Exportanteil am Gesamtabsatz erhöhte sich um 2,1 Prozentpunkte auf 51,5 Prozent. Auch das Appenzeller® Fonduegeschäft verzeichnete aufgrund der warmen Witterung ein schwieriges Jahr und büsste 10,2 Prozent zum Vorjahr ein, wobei sich der Rückgang gleichmäßig auf Inlandabsatz und Exporte verteilte. Positiv entwickelte sich der US-Markt, wo der Absatz von 31 Tonnen im Vorjahr auf 112 Tonnen im Geschäftsjahr 2023 anstieg. Im Inland habe die Lancierung der zwei Innovationen Appenzeller® Bio Demeter Mild-Würzig und Appenzellerin® Elegant neue Kundenschichten erschlossen und positive Akzente gesetzt, heisst es weiter.

Produktion und Qualität

Im Geschäftsjahr 2023 wurden total 8’194 Tonnen Appenzeller® Käse hergestellt. Dies entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wo noch 8’462 Tonnen produziert wurden. Der erneute Rückgang widerspiegle die schwierige Marktlage, fiel jedoch nicht bei allen Varietäten gleich stark aus. Der Lagerbestand blieb weitgehend stabil und reduzierte sich lediglich um 2,6 Prozent zum Vorjahr. Dies sei auf die der Nachfrage angepassten Produktionsmengen und die damit verbundenen höheren Produktionseinschränkungen zurückzuführen. «Erfreuliches ist über die Qualität zu berichten: So lag der Anteil IA Käse bei 98,68 % des produzierten Gesamtvolumens, was das hohe Qualitätsbewusstsein und die große Professionalität unserer Käser und Milchproduzenten unterstreicht.», heisst es weiter.

Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche

Der Appenzeller® Rahmkäse konnte mit einem leichten Plus von 1,3 Prozent zum Vorjahr sogar etwas zulegen in der Produktion, während der Appenzeller® Bio produktionsseitig 24 Tonnen bzw. 5,9 Prozent einbüsste. Letzteres sei jedoch nicht auf mangelnde Nachfrage, sondern auf technische Probleme zurückzuführen, sodass nicht immer die erforderlichen Mengen zugeteilt werden konnten. Die mengenmässig grösste Produktionseinbusse erlitt das Appenzeller® Standard Vollfett Geschäft, wo zum Vorjahr 389 Tonnen fehlten, was einem Minus von 5,1 Prozent entspricht. Auch der Appenzeller® für Raclette blieb rund 22 Tonnen hinter dem Vorjahr zurück. Erfreulicherweise konnten im Geschäftsjahr 2023 rund 153 Tonnen an Innovationen produziert werden, wobei hier der Löwenanteil auf die Appenzellerin® Elegant entfiel.

Innovation als wichtiger Wachstumsfaktor

Die neue Appenzellerin® Elegant sei die wichtigste Innovation 2023 und wurde geschaffen, um eine neue Zielgruppe zu erreichen. So wird sie zwar auch mit naturbelassener Rohmilch aus dem traditionellen Herkunftsgebiet zwischen Bodensee und Alpstein hergestellt und während der Reifungsdauer regelmässig mit der geheimen Kräutersulz gepflegt, jedoch wird sie als Hartkäse und nicht als Halbhart-Käse produziert. Was aber noch wichtiger sei: Die Appenzellerin® Elegant schmecke ganz anders. «Sie ist sehr mild und eher floral-fruchtig und spricht gezielt diejenigen Kundinnen und Kunden an, denen der klassische Appenzeller® zu rezent ist.», heisst es in der Mitteilung weiter. Dank dieser Innovation solle die Haushalts-Penetration weiter gesteigert und der Absatz in den kommenden Jahren ausgebaut werden können.

Breit gefächerte Werbe- und Verkaufsförderungsaktivitäten

Auch in Bezug auf Werbung und Kommunikation markiere die Appenzellerin® Elegant 2023 einen Meilenstein. Während in der Schweiz eine breit angelegte crossmediale Kampagne die Verkostung und damit den Kauf des neuen Produkts förderte, wurde in Deutschland eine Degustationsoffensive in Zusammenarbeit mit einer neuen Partnerfirma lanciert, was eine signifikante Steigerung der Degustationstage um rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr brachte. In beiden Kernmärkten wurden TV-Kampagnen von Out-of-Home-Werbemassnahmen flankiert. Zusätzlich wurde in Onlinemassnahmen, Messe- und Eventteilnahmen sowie vielfältige Verkaufsförderungsaktivitäten im Einzelhandel investiert. Für kleinere Märkte wurden gezielte Marketingstrategien entwickelt, um trotz begrenzter Budgets eine maximale Verkaufsunterstützung generieren zu können.

«Angesichts der aktuellen Herausforderungen mit rückläufigen Absatzzahlen war und ist es entscheidend, durch unseren Marketing-Mix und unsere Absatzförderungsmassnahmen sicherzustellen, dass Appenzeller® Käse wieder vermehrt den Weg in die Einkaufskörbe und auf die Speisepläne unserer Kundschaft findet.», heisst es weiter. Der Fokus bleibe deshalb auch in Zukunft auf Absatzförderungsaktivitäten am Verkaufspunkt, dem weiteren Distributionsausbau der Innovationen zwecks Erhöhung der Verfügbarkeit sowie einem gezielten Auf- und Ausbau neuer Absatzmärkte in Übersee.

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