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Netzwerk gegen Zwangsheirat

Das Amt für Gesellschaft Appenzell Ausserrhoden beteiligt sich mit dem Aufbau eines Netzwerks gegen Zwangsheirat am mehrjährigen Programm des Bundes.

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«Wir erkennen darin die Chance, in einen im Kanton bisher kaum beleuchteten Themenbereich vorzudringen» meint Lars Thoma, Leiter des Amtes für Gesellschaft. Das Ausmass der Zwangssituationen für Frauen und Männer im Zusammenhang mit Partnerschaft, Heirat oder Scheidung ist im Kanton noch weitgehend unbekannt.

Ein Netz aus Fachpersonen
Das kantonale Projekt ZARtwerk (Netzwerk gegen Zwangsheiraten im Appenzell Ausserrhoden) hat zum Ziel, im Zeitraum August 2013 bis Dezember 2014, ein tragfähiges und nachhaltiges Netz aus Fachpersonen aufzubauen. Zur Zusammenarbeit im Netzwerk aufgerufen sind in erster Linie Institutionen und Beratungsstellen im Umfeld der Bildung, Integrationsarbeit und Opferhilfe. Durch ZARtwerk werden die bereits heute aktiven Fachpersonen mit Hintergrundwissen versorgt und ein koordiniertes Vorgehen ermöglicht.

Ein weitgehend komplexes Phänomen erfassen
In der Schweiz sind in den letzten zwei Jahren schätzungsweise 1400 Personen unter Zwang oder Gewalt seitens ihrer Angehörigen zur Heirat, zur Beendigung einer Liebesbeziehung oder zum Verzicht auf eine Scheidung gedrängt worden, wie eine aktuelle Studie der Universität Neuenburg aufzeigt. Die Untersuchungen machen deutlich, dass Zwang insbesondere in zwei unterschiedlichen Situationen einer Beziehung auftauchen kann: Im Vorfeld der Verheiratung oder innerhalb einer Ehe. Im ersten Fall stehen junge Menschen unter Druck, eine Ehe zu schliessen, die sie nicht möchten, oder auf einen Partner zu verzichten, den sie eigentlich lieben. Zum zweiten Fall zählen all jene Ehesituationen, in denen Frauen und Männer in konflikthaften oder gewalttätigen Beziehungen ausharren, die sie – gezwungen durch die Familienehre oder durch einschränkende Aufenthaltsbewilligungen – nicht ohne weiteres verlassen können.
Das Bundesprogramm versteht sich als Ergänzung zum neuen Bundesgesetz über Massnahmen gegen Zwangsheiraten, welches per 1. Juli 2013 in Kraft getreten ist. Im Kern sieht das neue Gesetz vor, dass unter Zwang geschlossene Ehen zukünftig von Amtes wegen angefochten und dank einer expliziten Strafnorm sanktioniert werden können.

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