Gemeinde steht finanziell gut da

Die Jahresrechnung 2023 von Urnäsch schliesst mit einem Ausgabenüberschuss von 152’000 Franken ab. «Die Gemeinde steht finanziell gut da», so Finanzchef Iwan Schnyder an der Rechnungsversammlung. Das Eigenkapital von 10,5 Millionen Franken und der Bilanzüberschuss von 6 Millionen Franken lassen zuversichtlich in die Zukunft blicken.

  • Gemeindepräsident Peter Kürsteiner verabschiedet die nach acht Jahren zurücktretende Gemeinderätin Hanni Frehner mit einem blumigen Dankeschön. (Bild: zVg)

    Gemeindepräsident Peter Kürsteiner verabschiedet die nach acht Jahren zurücktretende Gemeinderätin Hanni Frehner mit einem blumigen Dankeschön. (Bild: zVg)

Der Abschluss der Jahresrechnung 2023 der Gemeinde Urnäsch sei trotz Defizit von 152‘000 Franken erfreulich, sei doch ein Ausgabenüberschuss von 750‘000 Franken budgetiert gewesen, sagte Gemeindepräsident Peter Kürsteiner an der Orientierungsversammlung in der Schulanlage Au vor knapp zwei Dutzend Interessierter. Die Jahresrechnung mit Ausgaben von 22,8 Millionen Franken und Investitionen von 750‘000 Franken untersteht dem fakultativen Referendum. Wird dieses bis am 10. Mai 2024 nicht ergriffen, gilt die Jahresrechnung 2023 als genehmigt.

Mehreinnahmen bei der Feuerwehr

Nach der Erläuterung wesentlicher Eckpunkte der Jahresrechnung durch den für die Finanzen zuständigen Gemeinderat Iwan Schnyder gaben die Gemeinderatsmitglieder Einblick in finanzielle Details in ihren Ressorts. So wurde der tiefere Aufwandüberschuss im Ressort Allgemeine Verwaltung mit dem kostenbewussten und haushälterischen Umgang mit den finanziellen Mitteln begründet. Beim Ressort Öffentliche Sicherheit haben die Mehreinnahmen bei den Leistungen aus Einsätzen von rund 45‘000 Franken einen traurigen Hintergrund: Die Urnäscher Feuerwehr war bei mehreren schweren Unfällen auf der Schwägalppassstrasse stark gefordert. Der Mehraufwand von 150‘000 Franken gegenüber dem Budget im Ressort Bildung wird mit höheren Personalkosten als Folge des neuen Schulgesetzes begründet.

Hohe Kosten für Fremdplatzierungen

Im Ressort Soziale Sicherheit liegt der Aufwandüberschuss mit 1,542 Millionen Franken um rund 200‘000 Franken über dem budgetierten Defizit. Hauptgrund dafür sind die Kosten von annähernd einer halben Millionen Franken für Fremdplatzierungen von Kindern und Jugendlichen, die von übergeordneten Stellen verfügt werden. Mehrausgaben resultierten wegen der höheren Anzahl von Asylsuchenden im Asylbereich, hingegen liegen die Eingänge aus dem Erwerbseinkommen von Asylsuchenden über dem Budget. Generell erfreulich waren im letzten Jahr die Steuereingänge, welche um fast eine halbe Million Franken über dem budgetierten Ertrag liegen. Der Finanzausgleich fiel mit zwei Millionen Franken um 230‘000 Franken ebenfalls höher aus als budgetiert.

Nach nur vereinzelten Wortmeldungen zur Rechnung informierte Gemeinderat Iwan Schnyder über den Kreditorenworkflow, den Urnäsch 2021 als eine der ersten Ausserrhoder Gemeinden eingeführt hat. Der Kreditworkflow automatisiert Erfassung, Prüfung, Genehmigung und Buchung von eingegangen Rechnungen, erlaubt eine einheitliche Aufgabenabwicklung, reduziert die Fehleranfälligkeit und beschleunigt die Erledigung.

Zum Stand aktueller Projekte

Im Anschluss an die Erläuterung zu den Gemeindefinanzen erfuhren die Anwesenden noch Aktuelles zu drei laufenden Projekten. Gemeindepräsident Peter Kürsteiner sagte zum Stand der Arealentwicklung Dorfkern Ost/Bahnhof, dass das Gebiet viel Entwicklungspotenzial habe. Zwei Planerteams hätten spannende Ideen entwickelt. Ziel sei es, rund um den Bahnhof einen Begegnungsort mit hoher Qualität zu schaffen. Ende Mai findet die Schlussbesprechung statt und dann soll die Bevölkerung informiert werden.

Vorangekommen ist Teilrevision der Gemeindeordnung, über die am kommenden 9. Juni an der Urne entschieden wird. Bei der Teilrevision sei es vor allem darum gegangen, die Gemeindeordnung der übergeordneten Gesetzgebung anzupassen, ohne jedoch wesentliche materielle Änderung vorzunehmen, sagte Gemeindepräsident Peter Kürsteiner.

Vor zwei Jahren hat der Gemeinderat Urnäsch eine Kommission eingesetzt, die sich mit dem baulichen Zustand der Schulhäuser befasste. Dabei habe sich gezeigt, dass beim Schulhaus Mettlen eine umfassende Sanierung im Interesse der Sicherheit unumgänglich sei, sagte Gemeinderat Chläus Hörler zur aktuellen Situation. Das Schulhaus Mettlen sei kein einfacher Bau, zumal sich im Erdgeschoss noch das Feuerwehrdepot befinde. Die notwendigen Abklärungen kämen gut voran und im Dezember werde die Bevölkerung über das weitere Vorgehen informiert «auch darüber, warum eine umfassende Sanierung einem Neubau vorzuziehen sei», so Gemeinderat Chläus Hörler.

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