Trotz guter Leistung leer ausgegangen

Den Start verschlafen, zweimal einen Rückstand aufgeholt, stark gekämpft und einige dubiose Entscheidungen des Unparteiischen. Das alles führte dazu, dass die Bühlerinnen schliesslich mit leeren Händen aus dem Thurgau heimkehren mussten.

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Der Sekundenzeiger war noch nicht fünfmal um das Zifferblatt, als Tanja Schöpfer im Tor des FCB das erste Mal hellwach sein musste. Über die starken Flügel des FC Frauenfeld kommend, wehrte sie einen scharfen Schuss nach vorne ab. Eine Frauenfelderin konnte erben und in extremis wurde der Nachschuss von der aufmerksamen Claudia Naef geblockt. Und die Gastgeberinnen machten druckvoll weiter und zeigten, dass sie nicht umsonst auf dem zweiten Rang liegen. Acht Minuten waren gespielt, als erneut über den linken Flügel ein Angriff lanciert wurde. Die starke Spielerin drückte aus gut und gerne 20 Metern ab und der Ball senkte sich wunderbar ins hintere Eck. Da gab es nichts zu halten. Ein Traumtor zum Ärger des FCB, der die Startphase definitiv verschlafen hatte. Das Tor bewirkte aber bei Bühler aber eine Reaktion. Fünf Minuten später flankte Carmen Schönenberger, die gut von Patrizia Hörler in Szene gesetzt wurde, in den Strafraum. Martina Johnson lief ihrer Gegnerin davon. Da sie den Ball aber nicht zeitgerecht kontrollieren konnte, war es leichte Beute für die Torhüterin. Wenig später der Ausgleich für Bühler. Martina Johnson kam wie kurz zuvor in Abschlussposition. Diesesmal konnte sie schiessen. Die Torhüterin bekundete Mühe und der Ball fiel Selina Ruckstuhl vor die Füsse. Diese konnte nach kurzer Ballannahme erfolgreich abschliessen. Und beinahe gelang dem FCB der Doppelschlag. Nur zwei Minuten nach dem Ausgleich konnte die gut aufgelegte Selina Ruckstuhl alleine auf den Goalie laufen. Diese spielte aber gut mit und konnte klären. Dann war wieder Frauenfeld an der Reihe. Bühler spekulierte auf Abseits. Da es aber keines war und die Stürmerin alleine auf Tanja Schöpfer losziehen konnte, rechneten schon alle mit dem 2:1. Doch Tanja Schöpfer hielt ihr Team mit einem Superreflex im Spiel. Frauenfeld hatte weiterhin über ihre starke Nr. 12 die besten Szenen. Die schnelle und wuchtige Spielerin war schwierig in den Griff zu bekommen. Doch Bühler hatte, doch etwas entgegen dem Spielverlauf, die beste Chance um in Führung zu gehen. Tanja Schöpfer lancierte mit einem präzisen Auskick ihre Stürmern Marlis Altherr. Altherr, Bühlers Topskorerin, machte (fast) alles richtig. Nach einem 40-Meter-Spurt mit Ball und einem schönen Dribbling, brauchte sie den Ball nur noch einzuschieben, doch die Kugel streifte haarscharf am Pfosten vorbei. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff konnte das Heimteam nochmals einen Angriff auslösen. Bühlers Abwehr stand hoch, ausser die angeschlagene Naomi Leuthold. Ein langer Ball kam zur späteren Torschützin. Alle warteten auf den Abseitspfiff. Der Schiedsrichter liess sich wohl von der tiefen Position Leutholds beirren, denn der Pfiff blieb aus und Bühler lag 2:1 hinten. Ein Fehlentscheid, denn Leuthold meinte nach dem Spiel, dass sie zwar tief stand, die Torschützin aber weit hinter ihr startete und somit aus einer irregulären Position.

Ausgleich und dann doch verloren
In der Pausen wurden ein paar Sachen angesprochen, unter anderem, dass die Thurgauerinnen hinten alles andere als sicher standen. Noch mehr Druck auf die Defensive auszuüben war die Vorgabe. Und Bühler kam entschlossen aus der Kabine. Nach acht spielbestimmenden Minuten fiel der Ausgleich. Lea Häberlin, soeben von einem mehrmonatigen Auslandaufenthalt zurückgekehrt, verwerte eine Superhereingabe von Selina Ruckstuhl. Und danach schenkten sich beide Teams, die den Sieg wollten nichts mehr. Die zahlreichen Zuschauer sahen eine schwungvolle Partie. Zuerst hatte Bühler Glück, als sich Fabiola Ramelli und Tanja Schöpfer nicht verstanden und eine Frauenfelderin beinahe erben konnte aber kurz darauf stand es dann doch 3:2. Ein schöner Ball aus dem Mittelfeld legte sich die Heimspielerin schön zurecht und traf aus 15 Metern wunderbar in die lange Ecke. Bühler gab sich nicht auf und versuchte über den Kampf ins Spiel zurückzukommen. Sie hatten dann auch zweimal Pech. Nach einem Eckball wurde Marlis Altherr vor den Augen des Schiedsrichters der Haken gestellt. Da im Strafraum, hätte der Penaltypfiff zu hören sein sollen. Doch die Pfeife bleib stumm. Kurz darauf hatte erneut Bühlers Mittelstürmerin Altherr eine gute Szene. Sie konnte einen herrlichen Ball von Selina Ruckstuhl erlaufen und aus der Drehung abschliessen. Das Spielgerät flog aber knapp am Lattenkreuz vorbei. Natürlich hatte das Heimteam wegen der offensiven Ausrichtung der Bühlerinnen, die mittlerweile auf «alles oder nichts» umstellten, einige Konterchancen. Und sie hätten den Sack auch zumachen können. Trotz letztem Einsatz wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen und Bühler kehrte mit leeren Händen ins Appenzellerland zurück.

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