Roth sichert sich seinen ersten Schwägalpkranz

Mit dem Bergkranzfest auf der Schwägalp ging am vergangenen Sonntag eine lange Kranzsaison zu Ende. Natürlich steht der Saisonhöhepunkt am Unspunnen-Schwinget in einer Woche erst noch bevor, allerdings wurden am Fusse des Säntis das letzte Mal in dieser Saison die Kränze verteilt.

  • Martin Roth (rechts) siegte gegen zwei Eidgenossen und sichert sich als einziger Appenzeller den Kranz.  (Bilder: Lorenz Reifler)

    Martin Roth (rechts) siegte gegen zwei Eidgenossen und sichert sich als einziger Appenzeller den Kranz. (Bilder: Lorenz Reifler)

  • Mario Schneider sichert sich seinen ersten Kranzfestsieg gleich am eigenen Bergfest auf der Schwägalp.

    Mario Schneider sichert sich seinen ersten Kranzfestsieg gleich am eigenen Bergfest auf der Schwägalp.

  • Eine spezielle Affiche des diesjährigen Schwägalpschwingets bot der Schlussgang, welcher von den beiden Brüdern Mario (links) und Domenic Schneider bestritten wurde.

    Eine spezielle Affiche des diesjährigen Schwägalpschwingets bot der Schlussgang, welcher von den beiden Brüdern Mario (links) und Domenic Schneider bestritten wurde.

  • Reto Koch (oben) vergab mögliche Kranzambitionen ähnlich wie sein Bruder Thomas als auch Martin Hersche bereits nach dem fünften Gang.

    Reto Koch (oben) vergab mögliche Kranzambitionen ähnlich wie sein Bruder Thomas als auch Martin Hersche bereits nach dem fünften Gang.

  • Roman Wittenwiler (rechts) musste nach vier Gängen die Segel streichen. Ebenso erging es Andrin Poltera, Dominik Kammermann und auch Sepp Fuster.

    Roman Wittenwiler (rechts) musste nach vier Gängen die Segel streichen. Ebenso erging es Andrin Poltera, Dominik Kammermann und auch Sepp Fuster.

Die neu gewählte OK-Präsidentin Andrea Abderhalden-Hämmerli führte zusammen mit ihrem Team durch ein perfekt organisiertes Fest mit besten Wetterbedingungen, wobei auch die Appenzeller etwas zu feiern hatten.

Roth mit starker Reaktion

Der Herisauer Eidgenosse Martin Roth nennt sich zwar bereits zweifacher Eidgenosse, zu Kranzehren auf der Schwäg­alp kam der Sennenschwinger allerdings noch nie. Dies sollte sich an der diesjährigen Austragung ändern, und den Grundstein dafür legte er bereits im ersten Gang. Kurz vor Ablauf der Gangdauer gelang es ihm, im Eidgenossenduell den Gast aus der Innerschweiz, Marcel Bieri, auszukontern und den ersten Sieg zu verbuchen. Nachdem er im zweiten Gang gegen den ebenfalls eidgenössischen Kranzschwinger Mike Müllestein die erste Niederlage hinnehmen musste, gelang ihm in den folgenden zwei Gängen wiederum der Weg zurück auf die Siegerstrasse. Unter anderem besiegte er im vierten Gang mit Erich Fankhauser den zweiten Eidgenossen an diesem Tag. Der fünfte Gang war bereits das vierte Eidgenossenduell für Roth, welches er nach kurzer Gangdauer gegen den Nordwestschweizer Joel Strebel wiederum verlor. Dank seiner guten Vorarbeit bekam er im sechsten Gang mit Marc Lustenberger eine lösbare Aufgabe, wenngleich diese auf der Stufe eines Bergfestes immer noch schwierig zu bewältigen ist. In einem taktisch clever geführten Kampf nutzte er in der zweiten Ganghälfte die Gunst der Stunde und sicherte sich seinen ersten Schwägalpkranz seiner Karriere. Dieser Erfolg kam zumindest ansatzweise überraschend, zumal er verletzungsbedingt einen Teil der Saison verpasste und erst auf dem Brünig ins Sägemehlgeschehen zurückkehren konnte.

Die übrigen Appenzeller hatten indes nur spärlich die Möglichkeit zu jubeln. Martin Hersche, Reto und Thomas Koch konnten nicht ihre beste Leistung abrufen. Bereits im Vormittagsprogramm geriet das Trio arg unter Druck, konnten sie in drei Duellen leider nur je einen Sieg verbuchen. Glücklicherweise hielten sie im vierten Gang ihre Hoffnungen noch aufrecht, doch die Freude währte nur von kurzer Dauer. Der wichtige fünfte Gang endete für alle drei Appenzeller mit einer Niederlage, weshalb die Kranzhoffnungen bereits vor dem entscheidenden sechsten Gang begraben werden mussten. Hersche konnte im abschliessenden Gang zumindest noch etwas Resultatkosmetik betreiben, während die Koch-Brüder auch im sechsten Gang als Verlierer vom Platz mussten. Patrick Schmid startete ebenfalls verhalten in den Wettkampf und sicherte sich gerade noch den Einzug in den Ausstich. Leider blieb ihm auch dort nur wenig zu holen, wobei eine weitere Niederlage und eine Punkteteilung seinen Wettkampf abschlossen.

An Minimalziel vorbeigeschrammt

Leider erging es auch den anderen Appenzellern nicht besser. Mit dem Minimalziel, zumindest den Ausstich zu erreichen, scheiterten gar vier Schwinger. Sepp Fuster und Dominik Kammermann konnten zumindest einen Sieg verbuchen, wenngleich drei Niederlagen ihnen den Weg in den Ausstich verhinderten. Roman Wittenwiler musste sich zwar in keinem Gang das Sägemehl vom Rücken wischen lassen, blieb aber bei vier Punkteteilungen hängen und verpasste ebenfalls den Ausstich. Auch Andrin Poltera erwischte einen rabenschwarzen Tag. Nach drei Niederlagen zum Auftakt gelang es ihm auch im vierten Gang nicht, einen Sieg zu verbuchen. Entsprechend früh mussten diese Appenzeller all ihre Hoffnungen auf ein womöglich befriedigendes Resultat begraben.

Bruderduell endet mit neuem Schwägalpsieger

Man durfte wohl schon auf dem Brünig das Gefühl haben, dass die Wahrscheinlichkeit eines Schlussgangs mit zwei Klubkollegen des Gastverbandes eher klein erscheinen mochte. Doch die Schlussgangpaarung auf der Schwägalp vermag diese Affiche wohl noch zu toppen. Vor rund 12›800 angereisten Zuschauerinnen und Zuschauer kam es zum Bruderduell zwischen Mario und Domenic Schneider aus dem Kanton Thurgau. Die Brüder sicherten sich die jeweilige Teilnahme wohlverdient mit einer äusserst starken Tagesleistung, dies trotz der Abwesenheit der zwei Zugpferde Samuel Giger und Armon Orlik. Im Wissen um die nötige Entscheidung suchten die Brüder von Beginn weg die Entscheidung. Nach rund fünf Minuten war es dann Mario, der mit Abschlunggen den Sieg herbeiführen konnte. Trotz einer bereits erfolgreichen Karriere blieb Mario nebst dem eidgenössischen Eichenlaub bisher ein Kranzfestsieg stets verwehrt. Dieses Ziel ist nun erreicht und erst noch mit einem Sieg an einem Bergkranzfest.
Von den insgesamt 14 Kränzen sicherten sich die heimischen Nordostschweizer deren sechs, die Innerschweizer und die Nordwestschweizer je vier Exemplare.

Ranglistenauszug: Mario Schneider, Rothenhausen; 2. Werner Schlegel, Hemberg; 4a. Domenic Schneider, Friltschen; 5c. Martin Roth, Herisau (alle mit Kranz)

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