Patrick Schmid sichert sich die Auszeichnung

Im Gegensatz zu anderen Sportlern legen viele Schwinger nach dem Saisonhöhepunkt noch keine Wettkampfpause ein. Etliche Herbstschwingfeste in der ganzen Schweiz sind nach wie vor gut besetzt – unter anderem auch der Herbstschwingertag in Siebnen, Schwyz.

  • Patrick Schmid (oben) sicherte sich als einziger Appenzeller die Auszeichnung. (Bilder: zVg / Lorenz Reifler)

    Patrick Schmid (oben) sicherte sich als einziger Appenzeller die Auszeichnung. (Bilder: zVg / Lorenz Reifler)

  • Martin Roth (unten) verfehlte die angestrebten Ränge knapp.

    Martin Roth (unten) verfehlte die angestrebten Ränge knapp.

Das traditionsreiche Schwingfest in Siebnen wird seit 1933 vom Innerschweizer Schwingklub March-Höfe organisiert. Der bekannteste Vertreter dieser Region dürfte Eugen Hasler sein, der zwar als einer der besten Schwinger seiner Zeit gilt, jedoch nie den Königstitel erringen konnte. Unter anderem unterlag er 1995 am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Chur im Schlussgang dem Inner¬rhoder Thomas Sutter.

Ein Gestellter zum Start

Das allseits beliebte Schwingfest in Siebnen bot mit zehn angetretenen Eidgenossen den über 3000 Zuschauerinnen und Zuschauern auch dieses Jahr einiges an Spektakel. Die Appenzeller reisten mit einer kleinen Delegation an, wobei sich leider nur der Innerrhoder Patrick Schmid die begehrte Auszeichnung sichern konnte. Der unter den Spitzenpaarungen aufgeführte Sennenschwinger bekam es zum Auftakt mit dem Innerschweizer Eidgenossen Alex Schuler zu tun, dessen Angriffe er gekonnt abzuwehren vermochte. Im Anschluss gelangen ihm zwei Siege, welche ihn zur Wettkampfhälfte in den vorderen Rängen hielten. Im vierten Gang traf er auf Florian Grab, einen der Söhne des legendären Martin Grab. Florian Grab führte mit drei Siegen zu diesem Zeitpunkt die Ranglistenspitze an. Auch in diesem Kampf liess sich Schmid nicht auf den Rücken legen und wurde für einen attraktiv geführten Gang mit der Maximalnote für eine Punkteteilung belohnt. In den abschliessenden zwei Gängen wäre wohl noch etwas mehr möglich gewesen, allerdings musste sich der Innerrhoder zwei weitere Male mit einem gestellten Gang und im Endeffekt mit dem elften Schlussrang zufriedengeben.
Dem Herisauer Eidgenossen Martin Roth war im Vorfeld einiges zuzutrauen, allerdings misslang ihm der Auftakt mit zwei Niederlagen völlig. In den folgenden Gängen liess er sich bei zwei Siegen und zwei Punkteteilungen zwar immer die Maximalnote schreiben, dennoch gelang ihm der Sprung in die Auszeichnungsränge knapp nicht mehr. Auch Marcel Mösli, Lorenz Giger und Livio Büchler durften sich zwei Siege gutschreiben lassen, dennoch mussten sie ansonsten zu viele Verlustpunkte hinnehmen. Dies verunmöglichte einen Sprung in die vorderen Ränge.

Burkhalter verabschiedet sich

Zum Sieger kürte sich der Schwyzer Eidgenosse Mike Müllestein, der im Schlussgang den bis dahin führenden Lokalmatadoren des Schwingklubs March-Höfe, Joel Kessler, nach rund 8 Minuten intensiven Kampfes mit einem Gammen bezwingen konnte. Für Müllestein ist es nach 2018 bereits der zweite Sieg am Herbstschwinget Siebnen. Einen wohl deutlich emotionaleren Wettkampf erlebte der 49-jährige Thurgauer Stefan Burkhalter. Das Urgestein aus Homburg hatte sich bei seinem letzten Schwingfest mit drei Siegen nochmals die Auszeichnung gesichert, bevor er die Zwilchhosen endgültig an den Nagel hängte. Nach über 33 Jahren, 113 Kränzen, davon zwei Eidgenössischen, 18 Berg-, 26 Teilverbands- und 67 Kantonal- oder Gauverbandskränzen darf Stefan Burkhalter auf eine erfolgreiche und lange Karriere zurückblicken. Von seinen vier Kranzfestsiegen triumphierte er einmal auf dem Stoos (2004) und zwei Mal auf der Schwäg-alp (2006 beziehungsweise 2010).

Ranglistenauszug: 1. Mike Müllestein, Steinerberg. 2. Joel Kessler, Siebnen. 8d. Stefan Burkhalter, Homburg. 11m. Patrick Schmid, Appenzell (alle mit Auszeichnung).

3
1

Weitere Artikel

  • Leichtathletik Cedric Deillon TV Teufen (Bild: Hans Koller)

Schreibe einen Kommentar