Martin Hersche nun im Besitz aller Teilverbandskränze

Am Sonntag ist der Reigen der Teilverbandsfeste in Mollis (Nordostschweizer) und Tramelan (Berner Kantonalschwingfest) eröffnet worden. Die Appenzeller Schwinger waren an beiden Schwingfesten vertreten, wobei im Endeffekt drei Kränze resultierten.

  • Mit Andrin Poltera (links) und Markus Schläpfer sicherten sich am Nordostschweizerischen Teilverbandsfest in Mollis zwei Appenzeller den Kranz. (Bild: zVg / Lorenz Reifler)

    Mit Andrin Poltera (links) und Markus Schläpfer sicherten sich am Nordostschweizerischen Teilverbandsfest in Mollis zwei Appenzeller den Kranz. (Bild: zVg / Lorenz Reifler)

Am Berner Kantonalschwingfest waren die Nordostschweizer durch die beiden Innerrhoder Martin Hersche und Reto Koch vertreten. Es spricht für den Leistungsausweis des Eidgenossen Hersche, dass er von beinahe allen Teilverbandsfesten mindestens einmal kranzgeschmückt nach Hause kehren konnte. Bis anhin war er aber noch nie in der Höhle des Berner Kantonalverbands, des wohl stärksten Teilverbands der Gegenwart.

Schon nach fünf Gängen kranzsicher

Hersches bislang durchzogene Saison liess keine allzu optimistische Voraussage zu. Bereits im Anschwingen wartete mit Kilian Wenger, dem Schwingerkönig 2010, eine absolute Herkulesaufgabe. Dennoch hielt Hersche über einige Zeit ganz gut mit, ehe ihn Wenger doch erwischte und dem Appenzeller die erste Niederlage zuführte. Dies wirkte wie ein Weckruf. Hersche behielt in den folgenden vier Gängen stets die Oberhand und sicherte sich bereits nach fünf Gängen den begehrten Kranz im Kanton Bern.

Im Kampf um die absolute Spitzenklassierung duellierte er sich im sechsten Gang noch mit dem Schlussgangteilnehmer des letzten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests, Matthias Aeschbacher. In diesem Gang behielt zwar der Emmentaler die Oberhand, trotzdem durfte sich der Innerrhoder über die Komplettierung seiner Teilverbandskränze freuen.

Kein Vorbeikommen an Staudenmann

Auch Reto Koch startete in Tramelan wenig verheissungsvoll in den Wettkampf, musste er sich doch dem aufstrebenden Berner Michael Moser in der Endphase geschlagen geben. Er behielt nach fünf Gängen dennoch die Kranzambitionen aufrecht, Koch benötigte allerdings einen Sieg zum Abschluss. Gegen den kaum bezwingbaren Mittelländer Michael Ledermann blieb ihm ein weiteres Mal die Rolle des Gratulanten, weshalb der erwünschte Kranzgewinn ausblieb.

Zum Sieger kürte sich Saisondominator Fabian Staudenmann, welcher im Schlussgang Kilian Wenger bezwingen konnte. Als Co-Sieger durfte sich Matthias Aeschbacher feiern lassen, der sich aufgrund des Sieges gegen Hersche den geteilten ersten Rang sicherte.

Poltera und Schläpfer erfolgreich

Mit dem Nordostschweizerischen Teilverbandsfest in Mollis stand auch die Hauptprobe der Nordostschweizer Schwinger an. Auf demselben Gelände, auf welchem 2025 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest stattfinden soll, setzte sich Topfavorit Armon Orlik im Schlussgang gegen den Thurgauer Domenic Schneider nach 14 Minuten durch, indem er einen Schlungg abfing. Den Grundstein zu seinem vierten Triumph am eigenen Teilverbandsfest legte Orlik bereits im ersten Gang, als er sich gegen den Mitfavoriten aus der Innerschweiz, Pirmin Reichmuth, durchsetzte.

Die Appenzeller kämpften erfolgreicher, als im Vorfeld wohl angenommen werden durfte. Mit den Kranzgewinnen von Markus Schläpfer und Andrin Poltera sicherten sich am Ende die aussichtsreichsten Kandidaten das begehrte Eichenlaub. Bei beiden Schwingern lag der Erfolg aber auf Messers Schneide. Ein Sieg im sechsten Gang war Pflicht. Glücklicherweise gelang sowohl Schläpfer als auch Poltera dieses Unterfangen. Entsprechend holten sich die beiden Appenzeller ihre wohlverdienten Kränze.

Eine gute Ausgangslage für einen Kranzgewinn hatte auch der Ausserrhoder Eidgenosse Martin Roth. Im sechsten Gang hätte ihm eine gut dotierte Punkteteilung gegen den Thurgauer Altmeister Stefan Burkhalter gereicht. Leider gelang ihm diese nicht und mit der Niederlage geriet er hinter die angestrebten Kranzränge. Mit einem Sieg hätten sich ausserdem Andreas und Maurus Inauen auf die Ebene der Teilverbandsschwinger hieven können. Leider war deren Hürde im sechsten Gang zu hoch und demzufolge auch das angestrebte Eichenlaub.

Nun bleiben den Appenzellern zwei Wochen Zeit, sich auf das eigene Kantonalschwingfest in Oberegg vorzubereiten.

Ranglistenauszug

Nordostschweizer Teilverbandsfest (Mollis): 1. Armon Orlik, Maienfeld; 7b. Markus Schläpfer, Niederbüren; 8c. Andrin Poltera, Urnäsch (alle mit Kranz). – Berner Kantonalschwingfest (Tramelan): 1a. Fabian Staudenmann, Guggisberg; 1b. Matthias Aeschbacher, Rüegsauschachen; 7b. Martin Hersche, Appenzell (alle mit Kranz).

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