Makelloser Samuel Giger ist Unspunnensieger

Das nur alle sechs Jahre stattfindende Unspunnenschwinget in Interlaken hat den knapp 16’000 Zuschauerinnen und Zuschauern trotz teils garstiger Wetterbedingungen spektakulären Schwingsport geboten. Der gebürtige Appenzeller Samuel Giger gewann im Schlussgang gegen den Berner Adrian Walther.

  • Samuel Giger triumphierte am Unspunnenschwinget in eindrücklicher Manier.            (Bilder: zVg / Lorenz Reifler)

    Samuel Giger triumphierte am Unspunnenschwinget in eindrücklicher Manier. (Bilder: zVg / Lorenz Reifler)

  • Martin Hersche (unten) klassierte sich als bester Appenzeller auf dem 15. Schlussrang.

    Martin Hersche (unten) klassierte sich als bester Appenzeller auf dem 15. Schlussrang.

  • Reto Koch (rechts) hatte sich vermutlich mehr für den Saisonhöhepunkt vorgenommen.

    Reto Koch (rechts) hatte sich vermutlich mehr für den Saisonhöhepunkt vorgenommen.

  • Martin Roth (rechts) blickt trotz des 17. Rangs auf eine geglückte Saison zurück.

    Martin Roth (rechts) blickt trotz des 17. Rangs auf eine geglückte Saison zurück.

  • Patrick Schmid (oben) absolvierte alle sechs Gänge.

    Patrick Schmid (oben) absolvierte alle sechs Gänge.

Im Vorfeld galt der Thurgauer Samuel Giger als einer der Top-Favoriten auf den Festsieg. Gleich zum Auftakt kam es zum Aufeinandertreffen mit dem diesjährigen Saisondominator Fabian Staudenmann. Dass diese Paarung für Spektakel sorgen würde, konnte man nach dem Kampf auf dem Brünig bereits erahnen. Wie resolut Giger dann allerdings ans Werk gegangen ist, war doch ein wenig überraschend. Bereits im ersten Zug gelang es ihm, den Berner Staudenmann auf den Rücken zu drehen. Dieser Sieg war wegweisend, um im Fest auf der Siegerstrasse zu bleiben.

Sieg an Sieg gereiht

In der Folge liess sich Giger von keinem Gegner Paroli bieten und schwang sich von Sieg zu Sieg. Er stand nach fünf Gängen als einziger Schwinger mit lauter Siegen da. Für die Endausmarchung kamen der Berner Mittelländer Adrian Walther und der Zuger Pirmin Reichmuth in Frage. Auch diese beiden Schwinger zeigten einen bärenstarken Wettkampf, wenngleich sie in je einem Gang gepatzt hatten. Reichmuth verlor im dritten Gang überraschend gegen den Südwestschweizer Benjamin Gapany, Walther musste sich im vierten Gang in einem Abnützungskampf die Punkte mit dem Bündner Armon Orlik teilen.

Nach längeren Diskussionen entschied sich das Einteilungsgericht mittels demokratischer Abstimmung für Adrian Walther als Schlussgangteilnehmer. Giger seinerseits konnte die Spannung aufrechterhalten und dominierte den Schlussgang von Beginn weg. Beim dritten Angriff mittels Kurz bewahrte er die Geduld und sicherte sich den Sieg nach 1:20 Minuten.

Giger ordnete diesem Sieg alles unter und verzichtete vor einer Woche sogar auf das Heimfest auf der Schwägalp. Nach seinem Kilchbergsieg 2021 holt sich der Thurgauer Modellathlet nun den zweiten Titel auf eidgenössischer Stufe. Adrian Walther klassierte sich seinerseits auf dem vierten Rang. Pirmin Reichmuth und Fabian Staudenmann landeten letztlich auf den Rängen zwei beziehungsweise drei.

Alle Appenzeller im Ausstich

Die Appenzeller reisten mit einer Delegation von sechs Schwingern nach Interlaken. Roman Wittenwiler blieb als Ersatzschwinger die Möglichkeit verwehrt, ins Geschehen einzugreifen. Von den Appenzellern konnte man nicht erwarten, dass sie grossen Einfluss auf den Ausgang dieses legendären Schwingfests haben. Dennoch wäre mit einem Exploit einiges möglich gewesen, wie beispielsweise die Südwestschweizer mit Steven Moser und Benjamin Gapany unter Beweis stellten. Das Ziel der meisten Appenzeller war auf das Erreichen des Ausstichs angesetzt. Doch diese Aufgabe war kein leichtes Unterfangen.

Patrick Schmid, Andrin Poltera und Reto Koch gestalteten ihren Auftakt mit je einem Sieg erfolgreich. Für Schmid und Poltera blieb es dabei. Obschon kein Sieg mehr dazukam, schafften es die beiden, sich in den Ausstich vorzukämpfen und somit alle sechs Gänge zu absolvieren. Auf dem geteilten 17. Rang klassierten sich indes Reto Koch und der Herisauer Eidgenosse Martin Roth. Beiden Schwingern gelangen zwei Siege. Damit konnten sie in Interlaken leider nicht über sich hinauswachsen. Insbesondere Roth darf aber auf eine geglückte Saison zurückblicken, welche mit dem Kranzgewinn am Nordwestschweizer Teilverbandsfest und auf der Schwägalp gekrönt wurde. Für Koch geht derweil eine harzige Saison zu Ende. Oftmals fehlte dem Gontner das letzte Quäntchen Wettkampfglück.

Hersche ist bester Appenzeller

Auf eine ebenso durchzogene Saison blickt der Innerrhoder Eidgenosse Martin Hersche zurück. Beim Saisonhöhepunkt resultierten für ihn je zwei Siege, Punkteteilungen und Niederlagen. Diese Ergebnisse reichten für den 15. Rang und damit für die beste Appenzeller Klassierung in Interlaken. Nichtsdestotrotz wird auch er nicht vollends zufrieden sein mit seinem Wettkampf. Die Tatsache, dass beispielsweise Schwingerkönig Kilian Wenger ebenfalls auf dem 15. Schlussrang klassiert ist, zeigt allerdings deutlich, wie schwierig und herausfordernd ein Anlass dieser Stärkeklasse für alle Schwinger ist.

Ranglistenauszug Unspunnenschwinget Interlaken: 1. Samuel Giger, Ottoberg; 2. Pirmin Reichmuth, Steinen; 3. Fabian Staudenmann, Guggisberg; 4. Adrian Walther, Habstetten; 15c. Martin Hersche, Appenzell; 17b. Martin Roth, Herisau. 17d. Reto Koch, Gonten; 20a. Patrick Schmid, Appenzell. 20b. Andrin Poltera, Urnäsch.

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