«In der Rückrunde passiert immer einiges»

«Wir konnten im Gegensatz zur Konkurrenz fast immer komplett antreten.» Claude Heiniger, Präsident des Badminton-NLA-Tabellenführers BC Trogen-Speicher, sieht in der personellen Konstellation einen der Hauptgründe für die hervorragende Vorrunde des Aufsteigers.

  • Das letzte NLA-Spiel vor Weihnachten brachte für BC Trogen-Speicher einen 5:3-Sieg gegen Tafers-Fribourg. (Bild: Kurt Frischknecht)

    Das letzte NLA-Spiel vor Weihnachten brachte für BC Trogen-Speicher einen 5:3-Sieg gegen Tafers-Fribourg. (Bild: Kurt Frischknecht)

Dass Jenny Stadelmann, die Nummer 1 der Schweiz, wegen ihrer häufigen Turnierteilnahmen auf der Jagd nach Olympiapunkten nur ab und zu zur Verfügung stehen würde, war schon vor der Saison klar gewesen. Ansonsten hatte Trogen-Speicher aber nur wenige Absenzen zu verzeichnen. Dies war bei manchen Teams anders.

Uzwil, Union Tafers-Fribourg und Lausanne Association (die stärksten Mannschaften der vergangenen Jahre) liegen nach sieben Runden nur auf den Rängen fünf, sechs und sieben – auch wegen Verletzungen von wichtigen Spielern und Spielerinnen.

«Dann ist alles möglich»

«In der Rückrunde passiert immer einiges», weiss Heiniger aus Erfahrung. «Ob die Nummer eins eingesetzt werden kann oder nicht, macht enorm viel aus.» Der Präsident des Ausserrhoder Vereins geht nicht davon aus, dass «es für uns so weitergehen wird.» Aber man habe mit vier Siegen und drei Unentschieden eine hervorragende Basis gelegt. Das Resultat vom Spiel in Zürich (6:2) wurde übrigens vom Verband in ein 8:0 umgewandelt: Die Gastgeber hatten eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt. Mohammad Iqbal, der für 2023/24 neu verpflichtet worden ist, war die erwartete Stütze und gewann drei von sieben Einzeln. Er wird aber wegen seiner zusätzlichen Aktivitäten in der französischen und deutschen Liga nicht immer spielen können. «Erstes Ziel bleibt der Ligaerhalt. Das sieht gut aus. Wenn wir in die Playoffs kommen, wäre das sehr schön – dann ist alles möglich.»

Gutes Händchen bei Neuzugängen

Von «Glückstreffern» für den Club spricht Heiniger im Zusammenhang mit der 17-jährigen Leila Zarrouk und dem 19-jährigen Nicolas Franconville. Bei ihrem Stammverein Lausanne (der bei den Frauen stark besetzt ist) konnte Zarrouk nicht von häufigen Einsätzen ausgehen, so wechselte sie zu den Ostschweizern. «Wir haben gewusst, dass Leila zu den grössten Schweizer Nachwuchshoffnungen gehört. Aber dass sie in der Nationalliga A derartig erfolgreich sein wird, konnte niemand erwarten.» Zarrouk gewann vier von fünf Einzel und insgesamt sieben von elf Spielen. Der Vertrag mit ihr wurde nun für die Rückrunde verlängert.

Auch Franconville, der von Yverdon kam, nützte die Chance, regelmässig zum Zuge zu kommen, und fand sich sehr gut zurecht. Er holte mit Nils Harzenmoser als zweites Herrendoppel sowie im Einzel und im gemischten Doppel wertvolle und unerwartete Punkte.

Die Bisherigen Mochamad Rehan Diaz und dessen Frau Tanja Oktaviani Kusumah leisteten ebenfalls wichtige Beiträge zum Vorrundenerfolg. «Und Spielertrainer Agung Ruhanda ist im ersten Doppel immer noch sehr stark.»

Die Rückrunde beginnt für Trogen-Speicher am 13. Januar mit der Partie in Uzwil.

Azkya Ruhandas Bilanz

«Auch das Abschneiden unserer jungen NLB-Mannschaft freut mich sehr», sagt Heiniger. 15 Punkte aus sieben Spielen und der dritte Platz stellen eine hervorragende Bilanz dar. Auf den letzten beiden Positionen sieben und acht (die den Abstieg bedeuten) sind im Moment Argovia 2 mit elf resp. Zürich 2 mit acht Zählern klassiert. Der Ligaerhalt scheint für die Ausserrhoder ein realistisches Ziel.
Eine besonders eindrückliche Bilanz weist die 16-jährige Azkya Ruhanda auf: Die Tochter des Spielertrainers gewann zwölf ihrer 13 Spiele. Heiniger weiss aber: «Ein Selbstläufer wird die Rückrunde auch für das NLB-Team nicht.»

Dieses startet am 14. Januar zuhause gegen Zürich 2 ins Badminton-Jahr.

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