Hersche triumphiert auf dem Ricken

Am vergangenen Wochenende wurden in der gesamten Schweiz keine Kränze an die Schwinger verteilt. Dennoch bot sich der Schwingerwelt einmal mehr die Gelegenheit, Schwingsport geniessen zu können. Die Nordostschweizer duellierten sich bei garstigen Bedingungen am traditionsreichen Rickenschwinget, wobei die Appenzeller durchaus Grund zur Freude haben durften.

  • Martin Hersche (links) triumphierte erstmals am Rickenschwinget. (Bild: Lorenz Reifler; Archiv)

    Martin Hersche (links) triumphierte erstmals am Rickenschwinget. (Bild: Lorenz Reifler; Archiv)

Hersche siegt bereits vor dem Schlussgang

Die Appenzeller entsendeten ebenfalls eine kleine Delegation auf den Rickenpass, dessen Schwingfest vom Schwingklub Rapperswil und Umgebung organisiert wird. Der Innerrhoder Martin Hersche war einer von vier gemeldeten Eidgenossen. Nebst ihm standen auch Marco Good, Fabian Kindlimann und Stefan Burkhalter in der Poleposition für einen allfälligen Festsieg. Dennoch war Hersche der einzige der meistgenannten Favoriten, welcher einen optimalen Start und insgesamt den besten Festverlauf an den Tag bringen konnte. Im Anschwingen kam es wohl nicht ohne Grund zum Aufeinandertreffen mit dem St.Galler Kranzschwinger Fabian Bärtsch. Dieses Duell gab es in diesem Jahr bereits im fünften Gang des St. Galler Kantonalschwingfestes in Wittenbach, bei welchem der Innerrhoder den Kürzeren ziehen musste. Aus der Niederlage wusste Hersche entsprechend die richtigen Schlüsse zu ziehen und gestaltete seine Revanche entsprechend erfolgreich. Auch bei den folgenden Gegnern schien sich der Appenzeller trotz den regnerischen Bedingungen wohl zu fühlen und bettete einen nach dem anderen auf den Rücken. Nach fünf Gängen grüsste Hersche von der Ranglistenspitze und zwar mit fast zwei Punkten Vorsprung. Entsprechend war ihm der Sieg bereits vor dem Schlussgang nicht mehr zu nehmen.

Appenzellersieg nach 10 Jahren Wartezeit

Dennoch musste das restliche Teilnehmerfeld zuerst den sechsten Gang absolvieren, bevor Hersches Schlussganggegner auserkoren werden konnte. Die aussichtsreichsten Positionen nahmen mit Christian Bernold und Ueli Hegner zwei Schwinger ein, wobei sich das Einteilungsgericht im Endeffekt für Bernold entschied. In einem abwechslungsreichen Schlussgang, bei welchem die Entscheidung auf beide Seiten hätte fallen können, neutralisierten sich die beiden Kontrahenten bis zum Ablauf der Zeit. Aufgrund des im Vorfeld erkämpften Vorsprungs war Hersche dennoch nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Für Hersche ist es der erste Sieg am Rickenschwinget und ebenfalls ist es der erste Appenzellersieg nach zehn Jahren Wartezeit. Der mittlerweile zurückgetretene Gaiser Eidgenosse Michael Bless siegte 2013 im Schlussgang gegen Andy Büsser. Den weiteren Appenzeller Schwinger gelang der Sprung in die vordere Ranglistenhälfte leider nicht. Am ehesten gelang dies noch dem Innerrhoder Sepp Fuster, welcher mit drei Siegen und drei Niederlagen immerhin noch den neunten Schlussrang erkämpfen konnte.

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