Aus altem «Handwerk» wurde Sport

Zum 31. Mal fand am Sonntag auf dem Kreckel-Areal in Herisau die Ostschweizer Handmähmeisterschaft statt. Höhepunkte neben dem Einzelwettkampf waren der Kantonewettkampf und das Plauschmähen.

  • Mit schwungvollen Zügen ging's voran.  (Bilder: Werner Grüninger)

    Mit schwungvollen Zügen ging's voran. (Bilder: Werner Grüninger)

  • Züche ond abhebe.

    Züche ond abhebe.

  • Einzelwettkampf mit vollem Einsatz.

    Einzelwettkampf mit vollem Einsatz.

  • Mähen ist nicht nur Männersache, auch die Frauen zeigten grossen Einsatz.

    Mähen ist nicht nur Männersache, auch die Frauen zeigten grossen Einsatz.

  • Alexandra (5-jährig) mit Vaters Hilfe im Wettkampf.

    Alexandra (5-jährig) mit Vaters Hilfe im Wettkampf.

  • Mähen, rechen und Siloballe von Hand erstellen.

    Mähen, rechen und Siloballe von Hand erstellen.

  • Showmähen, Siloballen erstellen.

    Showmähen, Siloballen erstellen.

  • Kantonewettkampf verfolgt von den Zuschauern.

    Kantonewettkampf verfolgt von den Zuschauern.

  • Im Kantonewettkampf siegte St.Gallen ohne Strafpunkte.

    Im Kantonewettkampf siegte St.Gallen ohne Strafpunkte.

Über 150 Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder nahmen am Sonntag an den 31. Ostschweizer Handmäh-Meisterschaften auf dem Kreckel-Areal in Herisau teil. Am Start waren wie in früheren Jahren Vertreter der drei Teilverbände Ostschweiz, Innerschweiz und Bern.

Strafpunkte für «Schnäuze»

Ziel der Teilnehmer war es, mit der Sense eine vorgegebene Wiesenbahn so schnell und sauber wie möglich zu mähen. Für «Schnäuze» und andere Vergehen verteilten die Richter Strafpunkte. Unter den Teilnehmern waren das weibliche Geschlecht und der Nachwuchs in überraschend grosser Zahl vertreten – von der zupackenden Bäuerin bis zur Tochter und dem Sohn im Teenageralter.

Kurz nach dem Mittag verfolgte das zahlreich erschienene Publikum aufmerksam den Höhepunkt des Wettkampfes, den Kantonewettkampf und das jeweilige Showmähen, das für Spass und Plausch sorgte. Mit musikalischer Unterhaltung der Kapelle «Zibolle» und dem Rangverlesen am Abend, bei dem alle Teilnehmer einem dem Rang entsprechenden Preis vom reichhaltigen Gabentempel in Empfang nehmen konnten, wurde der Wettkampf abgeschlossen.

Sportlich-friedlicher Wettkampf

Obwohl heutzutage das Handmähen der maschinellen Bewirtschaftung Platz machen musste, beherrschten die Teilnehmenden die Sense nach wie vor. Neben Können ist aber auch eine scharfe Sense unabdingbar. Auf einen guten Schliff wird viel Wert gelegt. Ausserdem kommen spezielle Wettkampfsensen zum Einsatz, die etwas länger sind als die handelsüblichen Modelle. Auf dem Wettkampfplatz folgte ein letzter Schliff mit dem Wettstein nach dem Motto «Guet dengelet ond gwetzt isch halb gwonne».

Während einige den Wettkampf eher locker angingen, zeigten andere Handmäher vollen Einsatz. Derweil gaben ihre Angehörigen gutgemeinte Ratschläge wie «dörezüche, abehebe ond züüche». In den verschiedenen Kategorien wurde mit viel Engagement um die Wette gemäht, dabei hatten alle Teilnehmer optimale Bedingungen, denn der Regen der letzten Tage hatte grossen Einfluss auf das wachsende, knöchelhohe Emd.

Mit vollem Einsatz voran

Eine gute Sense, korrekt angestellt, ein richtig gehärteter Dengel und ein guter Wetzstein sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Dabei war nicht nur die schnelle Zeit ausschlaggebend, denn die drei Kriterien «Anward» (Einhalten der Schnittbreite), «Sauberkeit» (Schnäuze) und «Durchschlag» entschieden über die Vergabe von Strafpunkten. Die Breite der Mahd bestimmten die Wettkämpfer jeweils selbst. Schliesslich wird auf den Mähplätzen nicht nur die Zeit für die 15 bzw. 30 Meter lange Mahd gestoppt. Jugendliche und Kinder absolvierten 10 resp. 7 Meter und Frauen 15 Meter einfache Mahd. Experten bewerteten auch ihre Schönheit, bzw. Sauberkeit der Mähfläche an Rändern und unter der Mahd.
Dicht gedrängt beobachteten die Zuschauer das Quadrat beim Showmähen, bei welchem die drei Kantone Bern, Schwyz und Ostschweiz ein Feld mähen und rechen mussten, um das Gras schliesslich zu einem Siloballen zusammenzubinden. Dabei war für viel Spass und Plausch gesorgt. Den Sieg holte sich Schwyz vor Bern und Ostschweiz.

Kantonewettkampf als Höhepunkt

Nach dem Mittagessen stand der traditionelle Kantonewettkampf der Teams von Ausserrhoden, Innerrhoden, St.Gallen, Schwyz und Bern auf dem Programm. Auf der 100 Meter langen Bahn kamen eine Frau und vier Männer zum Einsatz. Die Juroren begutachteten genau, ob trotz der Eile gut gemäht wurde. Für Aussenstehende war es beeindruckend, wie schnell und sauber die Teams die Strecke absolvierten. Dabei siegte St.Gallen nach Zeit vor Innerrhoden und Ausserrhoden nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Kategoriensieger heissen bei den Damen 1 Jris Aebeli, Mogelsberg, und bei den Damen 2 Martina Marty-Grob, Unteriberg. Sieger bei den Herren 1 wurde Kai Brunner, Irndorf; Reto Fuchs, Gonten, gewann bei beiden Herren 2, bei den Herren 3 war Hansruedi Wyssen, Ried, der beste.
Rangliste auf www.handmaehen.ch

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