Zwei Bezirksräte und ein Grossrat nominiert

Die Bäuerinnen und Bauern haben bei der Bezirksfusion der Bezirke Schwende und Rüte zum Bezirk Schwende-Rüte Stimmfreigabe beschlossen. Ebenso sprach sich die Versammlung bei der Erteilung eines Kredits für die Erstellung eines Geh- und Radwegs entlang der Haslenstrasse für eine Stimmfreigabe aus.

  • Die Nominierten vom Bäuerinnenverband und Bauernverband für die kommenden Bezirkswahlen: Johannes Sonderegger, Sepp Dörig und Sepp Inauen-Rusch. (Bild: Claudia Manser)

    Die Nominierten vom Bäuerinnenverband und Bauernverband für die kommenden Bezirkswahlen: Johannes Sonderegger, Sepp Dörig und Sepp Inauen-Rusch. (Bild: Claudia Manser)

Die Bäuerinnen und Bauern versammelten sich am Donnerstagabend zur Landsgemeindeversammlung im Restaurant Alpstein in Appenzell. Bevor es zur Parolenfassung ging, wollte Bauernverbandspräsident Walter Mock von den rund dreissig Teilnehmenden wissen, wann die Landsgemeindeversammlung künftig abgehalten werden soll. Der Entscheid war klar: Die Versammlung soll auch weiterhin stattfinden, wenn das Landsgemeindemandat in den Haushaltungen verteilt ist. Also weiterhin Anfangs April. Die Wahl von Landammann Roland Dähler als regierender Landammann und Landammann Roland Inauen als stillstehender Landammann wird von den Bäuerinnen und Bauern einstimmig unterstützt. Ebenso die Wahl der übrigen Mitglieder der Standeskommission. Auch bei der Wahl der Mitglieder des Kantonsgerichtes – sowohl den Bisherigen als auch Neuen – herrschte Einstimmigkeit. Die Sachgeschäfte erklärte Landeshauptmann Stefan Müller kompetent und speditiv.

Zusammenschluss der Bezirke Schwende und Rüte

«Von Euphorie für die geplante Bezirksfusion ist wenig zu spüren, was eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Zusammensein ist», so ein Versammlungsteilnehmer. Blickt man auf die letztjährige Bezirksversammlung der beiden Bezirke zurück, kann das Argument, es gebe keine Leute, die sich für ein Amt zur Verfügung stellen, nicht bejaht werden. Mehr Bezirke bedeuten auch, dass sich mehr Leute mit dessen Materie beschäftigen. Die Versammlung beschloss deshalb Stimmfreigabe zum Traktandum Zusammenschluss der Bezirke Schwende und Rüte zum Bezirk Schwende-Rüte. Ohne Diskussion bejaht – vorausgesetzt der Zusammenschluss kommt zustande – wurden die Revision der Kantonsverfassung und das Einführungsgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen.

Wildruhegebiete

Über die Revision des Jagdgesetzes wurden im Vorfeld intensive Diskussionen geführt. Mit der Festlegung von Wildruhegebieten soll den Tieren im Regelfall in der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte April ein gewisser Schutz gewährt werden. Als Wildruhegebiete sollen Sonnenhalb, Chalberer, Marwees und Brugger Wald ausgeschieden werden. Die vier Elemente des Wald-Hirsch-Konzepts funktionieren nur miteinander und erfordern den Einbezug und die Zusammenarbeit aller Beteiligten Interessengruppen. «Für die vier Gebiete konnte mit den Umweltverbänden ein Ziel gefunden werden, das für alle stimmt», so Landeshauptmann Stefan Müller. Für die Land- und Forstwirtschaft bleibt die Nutzung gleich. Die Bäuerinnen und Bauern beschlossen die Ja-Parole. Auch die Erteilung eines Kredits für die Sanierung und Erweiterung des Bürgerheims wird einstimmig unterstützt. Ein Wunsch der Versammlung ist, dass das Bürgerheim seinen familiären Charakter behält.

Geh- und Radweg

An der Notwendigkeit eines Geh- und Radweges entlang der Haslenstrasse, Abschnitt Steig bis Schäfli gibt es nichts zu Rütteln. Störend ist, dass für den geplanten Geh- und Radweg rund 11‘750 m2 Landwirtschaftsland benötigt wird. «Kulturland geht weg, das für den betroffenen Landwirt wichtig ist», so ein Argument. Aus Sicht der Gesamtlandwirtschaft ist es schade für den Boden. Hinzu kommt, dass die Entschädigung von 15 Franken pro Quadratmeter Landerwerb in keinem Verhältnis zu den Baukosten von rund 3‘800 Franken pro Quadratmeter steht. «Mit einer grosszügigeren Entschädigung würden die Landverhandlungen sicherlich einfacher», sagte ein Bauer. Als Zeichen, dass es bereuend ist, dass erneut Kulturland verloren geht, beschlossen die Bäuerinnen und Bauern mehrheitlich Stimmfreigabe.

Zwei Bezirksräte und ein Grossrat

Vorbehältlich, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den Zusammenschluss genehmigen, stellen sich Sepp Inauen-Rusch, stillstehender Hauptmann vom Bezirk Schwende und Sepp Dörig, Mitglied vom Bezirksrat Rüte als Bezirksratsmitglieder im Bezirk Schwende-Rüte zur Verfügung. Sepp Dörig ist im Bezirk Rüte für die Ressorts Landwirtschaft/Flurstrassen und Natur- und Umweltschutz verantwortlich. Sepp Inauen-Rusch seinerseits ist im Bezirk Schwende für das Ressort Strassen zuständig. Die beiden bisherigen Bezirksvertreter sind motiviert, sich auch im neuen Bezirk einzusetzen. Für den freiwerdenden Sitz im Grossen Rat portiert die politische Bauernvereinigung Oberegg Johannes Sonderegger. Johannes Sonderegger führt zusammen mit seiner Frau einen Landwirtschaftsbetrieb auf dem St. Anton. In der Katholischen Kirchgemeinde Oberegg-Reute amtet der 56-järhige als Kirchenrat. Die Versammlung nominierte Sepp Inauen-Rusch, Sepp Dörig und Johannes Sonderegger einstimmig.

7
14

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar