Zuchterfolg mit Antonov Sohn Papa Schlumpf

An der Delegiertenversammlung des Kantonalverband Appenzellischer Viehzuchtgenossenschaften (VZG) in Wald wurden 16 Bauern für ihre Kühe geehrt, die eine Lebensleistung von 100 000 Kilogramm Milch knackten. Ebenso Matthias Ackermann für seinen Stier Papa Schlumpf. Abgelehnt wurde ein Antrag der VZG Wald-Rehetobel.

  • Flankiert von Jakob Fuster (links) und Reto Grünenfelder (rechts) wurden die Auszeichnungen für 100000er-Kühe oder ein erfolgreiches Betriebsmanagement vergeben. (Bild: Claudia Manser)

    Flankiert von Jakob Fuster (links) und Reto Grünenfelder (rechts) wurden die Auszeichnungen für 100000er-Kühe oder ein erfolgreiches Betriebsmanagement vergeben. (Bild: Claudia Manser)

Die VZG Wald-Rehetobel war Gastgeberin der Delegiertenversammlung. 85 Stimmberechtigte, zahlreiche Ehrenmitglieder und Gäste, darunter die Regierungsräte Dölf Biasotto und Stefan Müller, wurden im Mehrzweckgebäude Wald von den «Wäldler Feger» musikalisch begrüsst. «Die VZG Wald-Rehetobel spricht interessierte Züchter an, die Freude an der braunen Kuh haben», so deren Präsident Christian Sprecher. Die Viehzuchtgenossenschaft zählt 26 Mitglieder mit 531 Herdebuchtieren.

«Was uns Bauern beschäftigt, ist das immer teurere Umfeld, in dem wir uns bewegen müssen. Die Stundenlöhne in der Landwirtschaft drohen weiter zu sinken», so Kantonalpräsident Jakob Fuster. Es sei nicht verwunderlich, wenn in dieser angespannten Lage da und dort Unruhe entstehe. Die Bauernproteste in verschiedenen Ländern Europas sind ein Zeichen. Auch in der Schweiz gab es erste Proteste. «Solche Aktionen müssen aber sehr gut überlegt sein, können sie doch sehr schnell kontraproduktiv sein», sagte Fuster.

Etliche Zuchterfolge

Einen der grössten Zuchterfolge für einen Viehzüchter erreichte Matthias Ackermann aus Schönengrund. Sein Antonov Sohn Papa Schlumpf wurde bei Select Star für den Zweiteinsatz eingeteilt. Mit plus 747 Kilogramm in der Milch, plus 0,15 in Fett, plus 0,10 in Eiweiss und 120 im Exterieur zeigt der Stier ein hoffnungsvolles Vererbungsmuster. Züchterausstellungen in Appenzell und Gais, der Zuchtstiermarkt in Zug oder die Olma: Das Braunvieh stand im Mittelpunkt. «Mit viel Stolz und Begeisterung präsentierten unsere Züchterfamilien 18 weibliche Zuchtfamilien und eine männliche Halteprämie», freute sich der Braunviehzüchter aus Eggerstanden. Es wurden teilweise hohe Punktzahlen erreicht: So erhielt Anibal Betunja von Jakob Fuster 91 Punkte und Amuro Lindsay von Christian Sprecher 90 Punkte. Schweizweit die höchste Punktzahl bei den männlichen Halteprämien erreichte Simbaboy Felix von Ernst Wenk, Schönengrund, mit 57 Punkten.

Die Herbstviehschauen konnte mit Ausnahme derjenigen von Wald-Rehetobel, die buchstäblich ins Wasser fiel, bei sehr gutem Wetter abgehalten werden. Einen grossen Tag feierte die VZG Schwellbrunn mit ihrem 125-jährigem Bestehen. Die 750 aufgeführten Tiere wurden in 45 Abteilungen rangiert. Den Miss OB Titel holte sich Omar Nicole von Urs Jäger. Zur Miss Schwellbrunn wurde Pablo Romina von Werner Rotach gekürt. Im Kontrolljahr 2023 lag bei 102 649 Standardabschlüssen der Rassendurchschnitt bei 7228 Kilogramm Milch. Die höchsten Stalldurchschnitte im Appenzeller-Verband erreichten Konrad Bodenmann, Gais mit 10 559 Kilogramm Milch, Simon Frick, Gontenbad (10 400), Michael Eugster, Heiden (9974), Guido Geiger, Oberegg (9960) und Andreas Neff, Gais (9953).

Zunahme der Herdebuchtiere

Die statutarischen Geschäfte konnten zügig behandelt werden. Beim Traktandum Wahlen wurde der gesamte Vorstand mit Präsident Jakob Fuster, Vizepräsident Markus Dörig, Aktuar Peter Tobler, Kassier Hansueli Widmer und den Beisitzern Thomas Gantenbein, Heinz Frick und Ruedi Frehner wiedergewählt. Die Jahresrechnung schloss positiv ab. Der Kantonalverband zählt 29 Genossenschaften mit 647 Betrieben (Abnahme von fünf Betrieben gegenüber 2022) und 14 829 Herdebuchtieren (plus 179).

Die Viehzuchtgenossenschaft Wald-Rehetobel wird an der kommenden Delegierten­versammlung von Braunvieh Schweiz einen Antrag einreichen. Dieser lautet: Die Milchmenge muss im GZW (Gesamtzuchtwert) wieder mehr Gewicht erhalten und zwar auf Kosten des Exterieurs. Um dem Antrag mehr Chancen zu geben, wurde um die Unterstützung des Kantonalverbandes geworben. Nach fundierten Wortmeldungen von pro und contra wurde der Antrag von der Versammlung abgelehnt. Reto Grünenfelder, Präsident von Braunvieh Schweiz durfte 16 Züchter zu Kühen mit einer Leistung von über 100 000 Kilogramm Milch ehren: «Eine solche Leistung braucht nicht nur eine gute Genetik, sondern auch eine entsprechend Haltung und Pflege.»

Bundesrat besucht Appenzell

Vier Bauernfamilien erhielten eine Auszeichnung für ein erfolgreiches Betriebsmanagement. Der Ausserrhoder Regierungsrat Dölf Biasotto unterstrich in seiner Rede unter anderem die Wichtigkeit der Viehschauen: «Es ist ein beliebter gesellschaftlicher Treffpunkt. Diesen Wert müssen wir erhalten.» Die Nutztierhaltung ist in der Schweiz zentral und wichtig. «Wir sind auf die Grasverwertung durch Tiere angewiesen», meinte Landeshauptmann Stefan Müller und verriet: «Bundesrat Parmelin wird unsere Viehschau in Appenzell besuchen.»

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