Zauberhafte Begegnungen

Über vier Tage hinweg stand das Kinderdorf Pestalozzi in der zurückliegenden Woche im Zeichen vorweihnachtlicher Freude. Unter dem Motto «Winterzauber» erwartete die Besucherinnen und Besucher ein buntes Programm für Gross und Klein.

  • Noch etwas skeptisch beginnt Lina (links) mit dem Ziehen einer Kerze. (Bild: Martin Hüsler)

    Noch etwas skeptisch beginnt Lina (links) mit dem Ziehen einer Kerze. (Bild: Martin Hüsler)

Lina tut sich noch etwas schwer, mit bisher unbekannten Kindern gemeinsame Sache zu machen. Die Kleine ist zunächst froh um die Nähe zu ihrer Mutter, die ihr Anweisungen beim Kerzenziehen gibt. Bald aber ist die Befangenheit abgelegt. Kinder wissen sich offensichtlich rasch zu arrangieren. Wenn das doch bei Erwachsenen vermehrt auch so wäre, denkt man sich. Lina tunkt den Docht wie die anderen Kinder eifrig in die Wachsmasse. Rosarot sei ihre Lieblingsfarbe, sagt sie. Bald einmal nimmt ihre Kerze die angestrebte Form an. Unter welchen Umständen wird sie wohl Helligkeit schenken?

Für alle etwas

Das Kerzenziehen war nur einer der Programmpunkte, die dem zu einem guten Teil auch Weihnachten in den Blick nehmenden Winterzauber im Kinderdorf Pestalozzi am Mittwoch Inhalt gaben. So bot beispielsweise eine Weihnachtswerkstatt Gelegenheit, Dekorationen für die Festtage zu basteln. Oder da drehte sich ein in Schwung gebrachtes Glücksrad zum Überraschungspreis hin. Geschickte Hände liessen einen Tannenbaum aus Kappholz in die Höhe wachsen. Und natürlich durfte, dem Datum angemessen, der Besuch des Samichlauses nicht fehlen. Den Erwachsenen fiel sein fast geschniegeltes Kleid auf, die Kinder richteten ihre Aufmerksamkeit mehr auf den Inhalt der mitgebrachten Säcklein.

Einen auf Besinnlichkeit ausgerichteten Filmabend gab es am Donnerstag. Zu sehen war der Film «Familienlos», der das Schicksal des Kambodschaners Thun Chay – als Waisenkind ins Kinderdorf gekommen – zum Thema hat. Für Musikzauber sorgte am Freitagabend der niederländisch-schweizerische Singer-Songwriter Max Berend. Und heute Samstag ist das Kinderdorf Pestalozzi mit Winterzauber in den Trogener Adventsmarkt auf dem Landsgemeindeplatz eingebunden.

Öffnung nach aussen

Mit dem in seinem Angebot gewachsenen Winterzauber will das Kinderdorf nicht einfach «nur» Freude bereiten. «Für uns ist es eine gute Gelegenheit, uns nach aussen hin zu öffnen, Bindung in der Region und darüber hinaus herzustellen», sagt Max de Boer, der im Kinderdorf für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. «Wir verstehen uns stets auch als einen Ort der Begegnung. Dazu dient unter anderem das Besucherzentrum.» Dort können sich Interessierte über die strategische Ausrichtung des Kinderdorfes, die sich in all den Jahren immer wieder neuen Gegebenheiten angepasst hat, ins Bild setzen lassen.

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  • (Symbolbild: fotolia)

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