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«Wie ein gefeiltes Drehbuch»

Freispruch für einen 27-jährigen Angeschuldigten aus Bühler in einem Fall von «häuslicher Gewalt» am Mittwoch vor Ausserrhoder Kantonsgericht. Es stand Aussage gegen Aussage; die Beweise reichten nicht aus. Es gab keine Zeugen.

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Der Richter entschied im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten. Beschuldigt wurde der Mann aus Ex-Jugoslawien der mehrfachen Tätlichkeit, Nötigung und Drohung. Er bestritt die Vorwürfe vollumfänglich. Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall zunächst eingestellt.

Auf Beschwerde der Ex-Frau entschied das Obergericht, es sei zwingend Anklage zu erheben. Es erachtete die Aussagen der Frau als glaubwürdig. Das tat auch der Kantonsgerichtspräsident: Aber für eine Verurteilung wäre ein höherer Grad an Beweiskraft erforderlich, begründete er den Freispruch.
Die Frau breitete in der Befragung jeden kleinen Ehestreit aus: «An Wochenenden haben wir immer gestritten.» Der Richter unterbrach sogar ihren Redefluss.
Erst 2011 ging sie in Begleitung zweier Cousins zur Polizei und schilderte ihre Ehekrise. Auf Nachfrage erzählte sie von häuslicher Gewalt. Daraufhin wandte sie sich an die Opferhilfe und ging ins Frauenhaus. Nach zwei Jahren Trennung sträubte sie sich immer noch gegen eine Scheidung. Die Strafanzeige sei erfolgt, weil die Frau weiterhin eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz haben wollte, sagte der Verteidiger des Mannes. Sie sei kein Opfer physischer Gewalt, habe aber unter psychischer Belastung gelitten.
Ihre Schilderung der angeblichen «häuslichen Gewalt» sei voller Unstimmigkeiten und immer wieder dramatisiert worden: «Wie ein gefeiltes Drehbuch, das nachträglich erstellt wurde.» Sie wolle ein Urteil gegen ihren Ex-Mann, damit sie in der Schweiz bleiben könne. Ob die Parteien ans Obergericht appellieren ist noch nicht bekannt.

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