«Wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Kirche»

In der Kirchgemeinde St. Gallen wurde «Reformen jetzt» lanciert. Katholikinnen und Katholiken aus dem ganzen Bistum unterstützen die Forderungen. Bischof und Bistumsleitung sehen und anerkennen die Initiative als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirche im Bistum St. Gallen.

  • (Bild: Archiv app24 / zVg)

    (Bild: Archiv app24 / zVg)

In der Folge der Veröffentlichung der Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche Schweiz entstand die Initiative «Reformen jetzt», die Anfang Oktober einige konkrete Forderungen veröffentlichte. Die St.Galler Bistumsleitung nimmt dazu Stellung.

Am Freitag, 17. November 2023, fand laut Mitteilung des Bistums St.Gallen ein Gespräch zwischen der Bistumsleitung und den Initiantinnen und Initianten von «Reformen jetzt» statt. Von Seiten der Bistumsleitung nahmen daran Bischof Markus Büchel, Generalvikar Guido Scherrer, Pastoralamtsleiter Franz Kreissl und Isabella Awad von der Kommunikation teil. «Reformen jetzt» wurde repräsentiert von Roman Rieger, Teamleiter Cityseelsorge, Stefania Fenner, DAJU, Ann-Katrin Gässlein, Cityteam und Vreni Ammann, Teamkoordinatorin der Seelsorgeeinheit SG-Ost.

Gemeinsames Interesse betont

Bei diesem Gespräch wurde das gemeinsame Interesse an der Kirche unterstrichen. «Reformen jetzt» und Bistumsleitung teilen den Wunsch, die Missbräuche im Umfeld der Kirche aufzuarbeiten und – nicht zuletzt durch die verschiedenen Präventionsmassnahmen – alles zu tun, um weiterhin eine Atmosphäre und eine Kultur zu fördern, die Missbräuche verhindert.

Bischof und Bistumsleitung sehen und anerkennen die Initiative als einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Kirche im Bistum. Entstanden aus dem Schock und der Enttäuschung über die Forschungsergebnisse, finden viele Menschen in «Reformen jetzt» die Möglichkeit, sich zu äussern und ein Zeichen für eine menschenfreundliche Kirche zu setzen.

Ohne ins Detail zu gehen nehmen Bischof und Bistumsleitung auch zu den konkreten Eingaben Stellung:

Ausserordentliche Trauvollmacht

In den Jahren 2020-2022 wurde die Frage der ausserordentlichen Trauerlaubnis für Seelsorgerinnen und Seelsorger vertieft diskutiert, und zwar in der Bistumsleitung, in den diözesanen Räten und in den betroffenen Berufsgruppen. Am Ende stand ein durchdachter und praktikabler Lösungsvorschlag, dem eine grosse Mehrheit zustimmen konnte. Derzeit wird das Thema auf der Ebene der Deutschschweizer Bischöfe diskutiert, die in dieser Frage eine gemeinsame Lösung anstreben.

Privatleben respektieren

Auch der dritte Reformvorstoss «Privatleben respektieren», den die Initiative «Reformern jetzt» auf ihrer Homepage angekündigt hat, ist der Bistumsleitung bekannt. Erst kürzlich, am 9. November 2023, haben sich die Mitglieder der Ordinariatsversammlung zusammen mit den Vorständen des Priesterrates und des Rates der hauptamtlichen Laien sowie Vertretern der Gleichstellungskommission an einer Fachtagung mit Inputs von Betroffenen und Vorträgen von Fachleuten intensiv mit Fragen von Sexualität und Lebensform auseinandergesetzt. Die Bistümer der Deutschschweiz sind auch in dieser Frage in einem Prozess, um einen Konsens und gemeinsame Standards zu erarbeiten.

Bischofswahl

Im Bistum St. Gallen ist beim Verfahren der Bischofswahl die Beteiligung von Laien verankert. Das Katholische Kollegium muss zur Liste der Kandidaten Stellung nehmen. Bei den beiden letzten Wahlen wurden vom Domkapitel bereits umfassende Konsultationen durchgeführt. Inwiefern eine noch konkretere Beteiligung möglich sein könnte, ohne die Bulle zu verletzen, ist Thema in den laufenden Gesprächen.

3
2

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar