«Wann gibt es in der Lehre Prüfungen?»

140 Mädchen und Knaben aus beiden Appenzell nutzten in den letzten Wochen die Gelegenheit, an der Werkbank und im Theoriesaal der Holzfachschule Teufen einen Einblick in die Berufswelt der Schreiner und Zimmerleute zu erhalten. Ihre vielfältigen Fragen zeigten, die Jugendlichen wollen sich informieren für den bis dahin wohl grössten Entscheid in ihrem Leben: Welche Lehre soll es sein?

  • Die Schüler der Oberstufe Gais zeigen stolz ihre Bilderrahmen. (Bilder: Clemens Fässler)

    Die Schüler der Oberstufe Gais zeigen stolz ihre Bilderrahmen. (Bilder: Clemens Fässler)

  • Thomas Meier, Leiter der Holzfachschule Teufen, zeigt, welche Materialien und Arbeiten in einem kleinen Möbel stecken.

    Thomas Meier, Leiter der Holzfachschule Teufen, zeigt, welche Materialien und Arbeiten in einem kleinen Möbel stecken.

Jedes Jahr werden die Oberstufenklassen aus Appenzell Ausser- und Innerrhoden nach Teufen an die Berufstage des Schreinermeister- und des Zimmermeisterverbands eingeladen. Ein Angebot, das sich etabliert hat und inzwischen auch kantonale Unterstützung erhält. Nach der Rekordteilnahme 2023 profitierten dieses Jahr mit 140 Mädchen und Knaben vergleichsweise wenige vom Angebot. Doch die Zahlen sagen weniger darüber aus, wie viele Jugendliche sich tatsächlich für einen «hölzigen» Beruf interessieren, als viel mehr, wie gut die Berufstage ins Programm der Berufswahl an den einzelnen Schulen passen.

Die Vielfalt der Berufe erfahren

An den Werkbänken in Teufen konnten die Jugendlichen ihr handwerkliches Geschick auf die Probe stellen. Stellvertretend für den Schreinerberuf wurden kleine Bilderrahmen hergestellt. Indem die Schüler fräsen, schleifen, bohren und verleimen mussten, bekamen sie eine Ahnung von der Vielfalt der Holzbearbeitungen. Auf der anderen Seite des Werkraums legten die Zimmerleute den Schwerpunkt auf die Vielfalt der Holzarten. Mit Fichten-, Buchen-, Eschen- und weiteren Hölzern konnten die Schüler einen Pfannenuntersetzer gestalten. Auf was aber bei beiden Berufen gleichermassen hingewiesen wurde: den Arbeitsplatz ordentlich halten und mit den Maschinen achtsam umgehen!

Sorge tragen

Sich selbst Sorge zu tragen, war auch Thema im Theorieteil. Denn die Berufe Schreiner und Zimmermann bedeuten körperliches Arbeiten, auch wenn zahlreiche Maschinen die Tätigkeiten erleichtern, wie die Verantwortlichen ausführten. Gerade bei Lehrlingen, deren Körper sich noch in starkem Wachstum befänden, sei ein schonender Umgang mit Rücken und Gelenken wichtig. Bei den Ausführungen der Berufsfachleute und den Filmausschnitten über die Lehre stellten sich den Mädchen und Knaben etliche Fragen zur Ausbildung. Wie viele Prüfungen gibt es in der Lehre? Wann wird eine Berufsmaturität (BMS) empfohlen? Was ist ein Wagner? Gehört Skibauen auch zum Schreinerberuf? Antworten gab es (und gibt es nächstes Jahr wieder) an den Berufstagen der «Hölzigen».

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