Vor 60 Jahren wurde Carl Lutz Ehrenbürger

Heute vor 60 Jahren, am 1. August 1963, ernannte der Gemeinderat von Walzenhausen den hochverdienten, in Walzenhausen aufgewachsenen Diplomaten Carl Lutz zum Ehrenbürger. Lutz hatte in den Kriegsjahren 1944/45 60’000 Menschenleben gerettet.

  • Anlässlich der Feier im Hotel Kurhaus-Bad am 1. August 1963 freute sich Carl Lutz über das verliehene Walzenhauser Ehrenbürgerrecht. (Bild: Peter Eggenberger)

    Anlässlich der Feier im Hotel Kurhaus-Bad am 1. August 1963 freute sich Carl Lutz über das verliehene Walzenhauser Ehrenbürgerrecht. (Bild: Peter Eggenberger)

Nach einer kaufmännischen Lehre wanderte Carl Lutz (1895-1975) 1913 in die USA aus. 1920 trat er in den Dienst der schweizerischen Gesandtschaft in Washington. Mitten im Weltkrieg versetzte ihn der Bundesrat 1942 nach Budapest, wo er als Vizekonsul die wichtige Abteilung «Fremde Interessen» leitete. Mit dem im März 1944 erfolgten Einmarsch deutscher Nazitruppen erfolgte auch in Ungarn eine gezielte Judenverfolgung und -ermordung. Angesichts von Leid und Elend lancierte Lutz eine mutige, nur dem eigenen Gewissen verpflichtete Schutzbrief-Aktion, mit der er 60’000 ungarische Juden vor dem Abtransport ins Todeslager von Auschwitz zu bewahren vermochte. Bei seiner Rückkehr im Mai 1945 nach Bern wurde Lutz vom Bundesrat wegen Kompetenzüberschreitung gerüffelt und kaltgestellt. Vom offiziellen Bern gänzlich rehabilitiert wurde Lutz erst zwanzig Jahre nach seinem Tod. Der Gemeinderat von Walzenhausen hingegen anerkannte die grossen humanistischen Verdienste von Carl Lutz bereits zu Lebzeiten und verlieh ihm am 1. August 1963 die Ehrenbürgerschaft. Die entsprechende Urkunde trägt die Unterschriften von Gemeindehauptmann Ernst Vitzthum und Gemeindeschreiber Walter Zellweger.

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