Viehschau ist ein Freudentag für Bauer und Tier

Mit der Viehschau von Herisau erfolgt jedes Jahr der Auftakt zu den traditionellen Gemeinde-Viehschauen in Ausserrhoden. Die Viehschau kommt einem Festtag gleich: 17 Bauern – teils mit Senten – 450 Tiere, Tiervorführungen, Geselligkeit und Streichelzoo sowie eine Festwirtschaft prägten am Dienstag die diesjährige Auffuhr bei der Chälblihalle.

Bei mildem Herbstwetter gestaltet sich die diesjährige Viehschau von Herisau zu einem eindrücklichen Erlebnis für Bauern und interessierte Besucher. Ausserdem ist die Viehschau ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Einzelne Bauern fahren zur Freude der zahlreichen nichtbäuerlichen Zuschauer, die den Strassen entlang stehen, sennisch zur Schau, das heisst, mit allem Drum und Dran einer Alpfahrt, wobei schon die kleinsten Begleiterinnen und Begleiter sennisch herausgeputzt sind. Andere aber treiben ihre gestriegelten und geputzten Tiere mit weniger Aufwand zum Schauplatz bei der Chälblihalle.
Zu den schönsten Momenten zählt die Auffuhr, wenn die Bauern – davon elf sennisch – mit ihren Kühen den Schauplatz betreten und durch den reichlich geschmückten und mit einem Willkommspruch auf einer bekränzten Tafel dekorierten Torbogen gehen. Das Vieh wird an langen Latten nach vorgegebenen Kategorien angebunden.
Neben der Viehschau haben auch die Jungzüchter vor dem Mittag einen grossen Auftritt bei der Vorführung «ihrer» Tiere. Das Preisgericht, bestehend aus erfahrenen Landwirten, beginnt nun seine Arbeit. Es beurteilt die Tiere nach Schönheit und Leistung und stellt sie in der richtigen Rangfolge auf. Das Stellen der Tiere kann bis in den Nachmittag hinein dauern, denn vor allem bei den besten Zuchtkühen sind die Differenzen gering, und entsprechend schwierig ist die Arbeit der Preisrichter. Nach dem Mittag folgen im Ring die Misswahlen – höchste Lebensleistung, Betriebscup, OB-Tagessieger und Schöneuterpreis.
Ein Höhepunkt für die Kinder und Schulen ist immer der Streichelzoo (Kaninchen, Hennen, Blässli und Ziegen) in der Halle, während die Landfrauen in der Halle für das leibliche Wohl sorgen. Nebenbei wird appenzellisches Brauchtum, Tradition, Geselligkeit und züchterische Erfolge erlebt.

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