Verlust von 2,9 Millionen Franken für SVAR

Die Patientenzahlen im Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) haben sich 2023 sowohl in der Psychiatrie wie auch in der Akutsomatik erneut positiv entwickelt. Der Umsatz konnte um 4 Prozent auf 109,7 Millionen Franken gesteigert werden. Erhöhte Aufwände für Fremdpersonal, Energie und Zinsen belasten hingegen das Jahresergebnis.

  • (Symbolbild: Bigstock)

    (Symbolbild: Bigstock)

Das Marktumfeld für die Spitäler der Schweiz ist seit Corona und noch verstärkt in den letzten beiden Jahren ausserordentlich herausfordernd. Die Inflation hat auch die Spitalbranche voll erfasst und führt zu deutlichen Kostensteigerungen bei Energie, Materialien, Lebensmitteln, Zinsen, Baukosten etc. Hinzu kommt als kritischer Faktor der Fachkräftemangel, verbunden mit dem erhöhten Einsatz von Fremdpersonal. Im Communiqué des SVAR heisst es: «Die Situation wird durch den Umstand verschärft, dass die Kostensteigerungen aufgrund der starren und seit Jahren zu tiefen Tarife nicht durch Erlössteigerungen aufgefangen werden können.» Diese anspruchsvollen Rahmenbedingungen mit negativen Auswirkungen spüre auch der SVAR. Bei einem positiven EBITDA von 1,4 Millionen Franken beträgt die EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2023 1,2 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent).

Noch kein finanzieller Turnaround

Der SVAR konnte den Umsatz um 4 Prozent auf 109,7 Millionen Franken steigern. Die erhöhten Aufwände führen allerdings zu einem Verlust. Der Spitalverbund schliesst das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresergebnis von minus 2,9 Millionen Franken (Vorjahr minus 1,3 Millionen Franken) ab. Der finanzielle Turnaround konnte noch nicht erreicht werden.

«Im Geschäftsjahr 2023 konnten wichtige Fortschritte und Erfolge in der Versorgungsleistung, der Ausgestaltung von Kooperationen und der Entwicklung der Unternehmenskultur verzeichnet werden», wird in der Medienmitteilung des Spitalverbunds geschrieben. Der Versorgungsauftrag sei vor allem auch dank des grossen Einsatzes aller Mitarbeitenden jederzeit und vollumfänglich erfüllt worden. Es gab keine Bettenschliessungen. Im Spital Herisau konnte die Bettenstation im vierten Stock wiedereröffnet werden. Gesamthaft wurden im vergangenen Jahr 6319 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 55›517 ambulante Konsultationen durchgeführt. Einen besonders starken Zuwachs an stationären Austritten verzeichneten die Chirurgie (plus 8,7 Prozent gegenüber Vorjahr) und das Psychiatrische Zentrum Appenzell Ausserrhoden (plus 16,5 Prozent).

Die Auslastung lag an beiden Standorten bei fast 100 Prozent. Dazu beigetragen habe die erfolgreiche Weiterentwicklung verschiedener Kooperationen. So konnten mit dem Kantonsspital St. Gallen beispielsweise Kooperationen in der Viszeralchirurgie, der Gefässchirurgie und auch der Radiologie abgeschlossen werden. Zudem wurde das Sprechstundenangebot im Medizinischen Ambulatorium in Heiden erweitert.

Aufbruchsorientierung

Die 2023 eingeleitete Entwicklung der Unternehmenskultur in Richtung einer selbstbewussten Aufbruchsorientierung laufe vielversprechend. «Dies lässt sich unter anderem an den Ergebnissen der jährlich stattfindenden Mitarbeiterbefragung und auch an der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten feststellen», heisst es in der Mitteilung.

Das Marktumfeld wird auch zukünftig herausfordernd bleiben. Die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wird in den kommenden Jahren eine prioritäre und anspruchsvolle Aufgabe im SVAR sein. Ausführliche Infos zum Geschäftsjahr 2023 samt einem Ausblick auf das laufende Jahr sind unter www.spitalverbund.ch/gb23 im Geschäfts- und Finanzbericht 2023 aufgeführt.

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