«Vergiss die schönen Stunden nicht»

Vor 45 Jahren wurde der Appenzeller Bäuerinnenverband gegründet. Aus diesem freudigen Anlass trafen sich vor Tagen die fünf ehemaligen Präsidentinnen sowie die jetzige Präsidentin Theres Durrer zu einem Kafe-Chränzli im Restaurant Sammelplatz.

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Es war um 1965 als der damalige Pfarrer Wild die Innerrhoder Bäuerinnen ermunterte, einen eigenen Verband zu gründen und dem Schweizerischen Verband Katholischer Bäuerinnen beizutreten. «Die Skepsis unter den Bäuerinnen gegenüber einem eigenen Verband war anfangs gross», erinnert sich Gründungspräsidentin Agnes Sutter zurück. Im September 1967 wurde der Verband aus der Taufe gehoben. Bereits Tage danach flatterten bei der mittlerweile neunzigjährigen Präsidentin Einladungen des Schweizerischen Bäuerinnenverbandes für eine Arbeitstagung sowie einen Redeschulungskurs ins Haus. Einen ersten erfreulichen Erfolg konnte der junge Verein mit dem Fleischverwertungskurs buchen: Hundertneunzig Frauen schrieben sich ein. In der Annahme, dass all die guten Winke und Ratschläge auch befolgt würden, könnte fortan mit dem Tiefkühlen kaum mehr etwas fehl gehen. In den Anfangsjahren trafen sich die Vorstandsfrauen zu ungefähr zwei Sitzungen. Jede Frau, die anno dazumal Mitglied in einer Frauen- und Müttergemeinschaft war, wurde ebenfalls Mitglied des Bäuerinnenverbandes. Die Müttervereine bezahlten zu Beginn pro Mitglied dreissig Rappen, später fünfzig Rappen in die Bäuerinnen-Kasse. Unvergesslich waren die Tagungen in der bekannten Villa Buchmatt in Luzern. Die Vertreterinnen der jüngeren Generation fügen ergänzend hinzu, dass sie auch mit Mitbestimmungs- und Führungsaufgaben betraut wurden. «Wir haben uns gerne für die Bäuerinnen eingesetzt. Die gemeinsame Arbeit im Vorstand hat uns viel Freude bereitet», betonen die sechs Frauen. Während die Präsidentinnen von ihrer Vorstandsarbeit, beeindruckenden Erlebnissen und lustigen Episoden berichten, genossen sie den herrlich duftenden Kaffee und feinste Backwaren.

Die zu bearbeitenden Themen im Vorstand wurden mit den Jahren komplexer und bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Die ehemaligen Präsidentinnen erhoffen sich für den Bäuerinnenverband, dass die Frauen im Bauernstand viel Freude erleben dürfen und auch weiterhin aktiv in der Berufsorganisation mitmachen; denn nur gemeinsam sind wir stark. Präsidentin Theres Durrer wird an der kommenden 45. Jahresversammlung vom 11. März in Brülisau von ihrem Amt zurücktreten. Welchen Wunsch hat die kompetente und engagierte Präsidentin auf ihr Amtsende: «Ich wünsche mir, dass die Bäuerinnen und Bauern weiterhin ein Auskommen auf ihren Familienbetrieben haben. Neben der täglichen Arbeit soll auch genügend Zeit für die Pflege des reichhaltigen Kulturgutes, das Mitmachen in Vereinen und öffentlichen Organisationen bleiben. Aber auch die Erholung darf nicht zu kurz kommen.»

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