Veräusserung als Win-Win-Situation für beide Seiten

Der Gemeinderat Urnäsch beabsichtigt, die Liegenschaft an der Feldstrasse 1 an die Kronen Immobilien AG zu verkaufen. Der Verkaufspreis ist Gegenstand von Verhandlungen. Für beide Parteien bedeutet das Geschäft eine Win-Win-Situation.

  • Das Haus in der Feldstrasse 1 (Mitte), umrahmt vom Gemeindehaus Urnäsch (rechts) und dem Hotel Krone (links).  (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

    Das Haus in der Feldstrasse 1 (Mitte), umrahmt vom Gemeindehaus Urnäsch (rechts) und dem Hotel Krone (links). (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

Laut Mitteilung der Gemeindekanzlei kann die Gemeinde einerseits durch die Veräusserung dieser Liegenschaft die anstehenden hohen Sanierungskosten vermeiden, wodurch werden Liegenschaftsbudget bzw. die Gemeindefinanzen entlastet werden. Andererseits wird der Kronen Immobilien AG – unter Vorbehalt der Zustimmung der Aktionäre – ermöglicht, durch einen Erweiterungsbau den Betrieb zu modernisieren und ihre Zimmerzahl zu erhöhen und somit zukunftsgerichtet zu investieren.

Aufwertung für Urnäsch

Für den Gemeinderat steht ausser Frage, dass das Hotel Krone mit einer Erweiterung des Betriebes für die zukünftigen touristischen und wirtschaftlichen Anforderungen gewappnet sein wird. Ausserdem erachtet er den Zeitpunkt für einen Verkauf wegen den anstehenden Sanierungen als günstig, hiess es in der Mitteilung weiter. Gemäss der Bau- und Strassenkommission wäre diese aus finanziellen und wirtschaftlichen Gründen kaum tragbar. Zudem sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, Mietraum zu erhalten oder gar zu vermehren.

Auch das Amt für Wirtschaft und Arbeit und die Raumplaner vom Büro «err» haben sich zu den Auswirkungen auf das Entwicklungsgebiet Dorfkern Ost geäussert. In deren Stellungnahme heisst es, dass dieses Erweiterungsprojekt das Dorfzentrum aufwerten würde. Mit dem Verkauf könne etwas Schönes und Bedeutendes für Urnäsch entstehen.

Kein Referendum notwendig

Sollte der Verkauf zustande kommen, liegt die Veräusserung in der Kompetenz des Gemeinderates, da es sich um Finanzvermögen handelt. Dies haben Abklärungen beim Rechtsdienst des Amts für Finanzen ergeben. Art. 19 des Gemeindegesetzes sieht vor, dass der Gemeinderat ohne Beschränkung über gebundene Ausgaben und über Änderungen im Finanzvermögen entscheidet. In diesem Fall gilt somit übergeordnetes Recht vor der Gemeindeordnung.

Drei Schätzungen

Bevor die Liegenschaft Feldstrasse 1 an die Kronen Immobilien AG verkauft werden kann, müssen deren Aktionäre – voraussichtlich im kommenden Jahr – einem Kauf zustimmen. Der Verkaufspreis wird dann Gegenstand von Verhandlungen sein. Dem Gemeinderat liegen bereits Schätzungen von drei renommierten Immobilienbüros vor. Diese werden die Grundlage für die Verhandlungen bilden.

Kein Interessenskonflikt

Die Gemeinde hat sich 2019 mit 200‘000 Franken (100‘000 als Aktien, 100‘000 als Kapitaleinlage) an der Kronen Immobilien AG beteiligt. Sie tritt somit im vorliegenden Geschäft sowohl als Verkäuferin als auch bei der Käuferin als Hauptaktionärin in Erscheinung. Um einem eventuellen Vorwurf eines Interessenskonfliktes entgegenzuwirken, wurden die bereits erwähnten drei unabhängigen Schätzungen eingeholt. Zudem sind beim Beschluss die Gemeinderäte Thomas Thym und Iwan Schnyder in den Ausstand getreten. Eine weitere finanzielle Beteiligung an der Kronen Immobilien AG schliesst der Gemeinderat aus.

Wie weiter?

Gemeindepräsident Peter Kürsteiner und Gemeinderat Niklaus Hörler sind beauftragt worden, die Verkaufsverhandlungen mit der Käuferin zu führen. Über den Kauf der Liegenschaft Feldstrasse 1 entscheiden letztlich die Aktionäre. Die Kronen Immobilien AG hat jedoch mit der Frage der Finanzierung, Ausarbeitung und Bewilligung des Projektes noch viele Hürden zu nehmen. Im besten Fall – sollte das Geschäft zustande kommen – wird der Baubeginn frühestens im Oktober 2024 sein.

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