Urnäsch mit erstem Verlust seit elf Jahren

Die Jahresrechnung 2023 der Gemeinde Urnäsch schliesst bei einem Aufwand von 22.8 Millionen Franken und einem Ertrag von 22.65 Millionen Franken mit einem Defizit von 150 000 Franken rund 600 000 Franken besser ab als budgetiert.

  • Die Gemeinde Urnäsch machte im Jahr 2023 erstmals seit elf Jahren einen Verlust. (Archivbild: app24)

    Die Gemeinde Urnäsch machte im Jahr 2023 erstmals seit elf Jahren einen Verlust. (Archivbild: app24)

Die Netto-Investitionen belaufen sich auf 750 000 Franken. Per 31. Dezember 2023 betragen die kumulierten Ergebnisse der Vorjahre im Eigenkapital (beziehungsweise der Bilanzüberschuss) inklusive Aufwandüberschuss im Jahr 2023 rund 6.03 Millionen Franken. Dies entspricht einem Ertrag von rund 4.02 Steuereinheiten.

Die Jahresrechnung 2023 schliesst erstmalig seit 2012 mit einem Verlust ab. Bei einem Gesamtaufwand von 22 809 348.22 Franken und einen Gesamtertrag von 22 657 333.63 Franken resultiert ein Verlust (Aufwandüberschuss) von 152 014.59 Franken, was gegenüber dem Budget ein um 602 071.91 Franken besseres Ergebnis ergibt. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 754 086.50 Franken.

Bildung und Soziales als Hauptgrund

Der erwähnte Besserabschluss ergibt sich in erster Linie aus der Tatsache, dass die Ressorts mehrheitlich in etwa so wie budgetiert oder gar besser abgeschlossen haben. Ausnahmen sind jedoch die Ressorts Bildung mit einem um 148 320.55 Franken schlechteren Ergebnis als veranschlagt und das Ressort Soziales mit einem um 193 677.94 Franken schlechteren Ergebnis als budgetiert. Dazu gilt es zu bemerken, dass im Ressort Soziales insbesondere unplanbare behördlich angeordnete Fremdplatzierungen von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien, Heimen und Jugendheimen mit Massnahmenvollzug Mehraufwände von 389 541.35 Franken mit sich gebracht haben. In diesen Angelegenheiten sind der Gemeinde jedoch die Hände gebunden, da solche Fremdplatzierungen von der kantonalen Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) angeordnet werden, und die Gemeinde schlussendlich die sich ergebenden Kosten zu tragen hat.

Dem gegenüber stehen zwei wesentliche positive Faktoren. Dies ist der gegenüber dem Voranschlag um 236 000.00 Franken höher ausgefallene kantonale Finanzausgleich. Weiter liegt ein erfreulicher Mehrerlös bei den Steuereingängen von natürlichen und juristischen Personen von gesamthaft rund 350 000.00 Franken vor.

Investitionen von 750 000 Franken

Die Netto-Investitionen im 2023 mit 748 492.07 Franken liegen 421 507.93 Franken unter dem Voranschlag von 1.17 Millionen Franken. Dies liegt daran, dass nicht alle Projekte wie geplant umgesetzt werden konnten. So musste die mit 535 000.00 Franken budgetierte Sanierung der Schulhauses Mettlen aufgrund von zusätzlich notwendigen Abklärungen und Planungsarbeiten bis auf Weiteres verschoben werden.

Die wesentlichen Ausgaben im 2023 sind: Abklärungs- und Planungsarbeiten Sanierung Schulhaus Mettlen mit 89 360.55 Franken, Gemeindeanteile an die Erschliessungsstrasse Oberes Moos mit 67›7 777.60 Franken sowie an die Sanierung Bahnhof Zürchersmühle mit 131 104.50 Franken, Arealentwicklung Bahnhof respektive Dorfkern Ost mit 34 905.55 Franken sowie die Anschaffung Ersatzfahrzeug HSM im Forstbetrieb mit 471 700.15 Franken.

Die ordentlichen Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen im Jahr 2023 mit total 1 055 360.00 Franken liegen 102 240.00 Franken unter dem Voranschlag. Über alle Ressorts hinweg werden keine zusätzlichen ausserordentlichen Abschreibungen vorgenommen. Die Ressorts «Abwasserbeseitigung», «Abfallwirtschaft», «Feuerschutz» und «Wohn- und Pflegezentrum» laufen als Spezialfinanzierungen.

Öffentliche Orientierungsversammlung

Der Gemeinderat hat die revidierte Jahresrechnung 2023 genehmigt und zuhanden der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger verabschiedet. Die Jahresrechnung wird an der öffentlichen Orientierungsversammlung vom 24. April 2024 (20 Uhr, Mehrzweckhalle Au), durch den Gemeinderat präsentiert. Ebenso wird über weitere laufende Projekte informiert.

Die Unterlagen für die Jahresrechnung 2023 werden den Stimmberechtigten bis Ende Woche 14 zugestellt. Die Rechnung unterliegt dem fakultativen Referendum. Eine Abstimmung darüber findet nur statt, wenn wenigstens 30 Stimmberechtige dies innert 14 Tagen nach der amtlichen Bekanntmachung schriftlich verlangen. Die geplante Referendumsfrist läuft vom 27. April bis 10. Mai 2024.

1
4

Weitere Artikel

Schreibe einen Kommentar