Tiefere Sozialhilfequote in Ausserrhoden im 2022

Im Jahr 2022 haben im Kanton Appenzell Ausserrhoden rund 1120 Personen mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten. Die Sozialhilfequote ist gegenüber dem Jahr 2021 um 0,1 Prozentpunkt gesunken und liegt im Berichtsjahr bei 2,0 Prozent. Sie bleibt im Vergleich zum schweizerischen Mittel (2,9 Prozent) weiterhin tief.

  • (Symbolbild: Bigstock)

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Neu werden rund 590 Personen mit Schutzstatus S durch die Sozialhilfe unterstützt. Die Quote der Alimentenbevorschussung beträgt im Jahr 2022 0,54 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gesunken. Dies zeigen die neuesten Zahlen der Schweizerischen Sozialhilfestatistik, die jährlich vom Bundesamt für Statistik publiziert werden.

Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Anzahl an Sozialhilfebeziehenden um mehr als 30 Personen oder um 3,0 Prozent. Hingegen wurden 2022 insgesamt rund 220 neue Sozialhilfedossiers eröffnet, das sind 30,2 Prozent mehr als im Vorjahr, und ebenfalls rund 220 Sozialhilfedossiers wurden abgeschlossen (16,7 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr).

Quote liegt tiefer

Aufgrund des leichten Rückgangs bei der Anzahl unterstützten Personen und des leichten Bevölkerungswachstums kommt die Sozialhilfequote im Jahr 2022 dennoch tiefer zu liegen als im Vorjahr. Sie liegt im Jahr 2022 neu bei 2,0 Prozent (2021: 2,1 Prozent) und damit weiterhin unterhalb der gesamtschweizerischen Quote von 2,9 Prozent. Hintergründe dafür sind die positive wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2022 mit einem anhaltenden Wirtschaftswachstum und der Rückgang der Arbeitslosenquote und der Anzahl Langzeitarbeitslosen im Kanton Appenzell Ausserrhoden unter das Vorpandemieniveau.

Quote der Risikogruppen geht zurück

Kinder und Jugendliche (Sozialhilfequote: 3,1 Prozent, Entwicklung: minus 0,3 Prozentpunkte) sowie Personen mit ausländischer Nationalität (Sozialhilfequote: 6,0 Prozent Entwicklung: minus 0,4 Prozentpunkte) beziehen, gemessen an ihrem Anteil an der Bevölkerung Appenzell Ausserrhodens, besonders häufig Sozialhilfe. Dies entspricht weitgehend den Risikogruppen auf der Ebene Schweiz.
2022 verfügten 44,6 Prozent der Personen in der Sozialhilfe im Kanton Appenzell Ausserrhoden lediglich über einen obligatorischen Schulabschluss. Dieser Anteil hat gegenüber dem letzten Jahr abgenommen (minus 2,5 Prozentpunkte). In der Schweizer Gesamtbevölkerung liegt der entsprechende Anteil bei 14,6 Prozent. Das Verhältnis zwischen dem Anteil der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung in der Sozialhilfe und in der Bevölkerung zeigt das erhöhte Sozialhilferisiko dieser Bevölkerungsgruppe auf.

Rückgang im Flüchtlingsbereich

Die Anzahl der von der Sozialhilfe unterstützten Personen im Asylbereich ist im Jahr 2022 angestiegen (plus 10,7 Prozent) und kam bei rund 270 Personen zu liegen. Die Sozialhilfequote im Asylbereich lag bei 89,9 Prozent und damit höher als im Vorjahr (80,6 Prozent). Die Sozialhilfequote im Flüchtlingsbereich (Personen mit Asyl und vorläufig aufgenommene Flüchtlinge) lag im Jahr 2022 bei 83,8 Prozent und damit leicht tiefer als im Vorjahr (84,7 Prozent) und auch die Anzahl der Unterstützten ist um 10,3 Prozent zurückgegangen auf rund 190 Personen.

590 Personen mit Schutzstatus S

Der Schutzstatus S ermöglicht es, einer bestimmten Personengruppe unter besonderen Umständen schnell Schutz zu gewähren. Dieser Status wurde am 11. März 2022 zum ersten Mal für Personen aus der Ukraine und deren Familien aktiviert. Personen mit Schutzstatus S haben Anrecht auf Sozialhilfe im Asylbereich. Diese Personengruppe wird vom Bundesamt für Statistik gesondert ausgewertet. Insgesamt bezogen im Jahr 2022 rund 590 Personen mit Schutzstatus S in rund 310 Dossiers in Appenzell Ausserrhoden Sozialhilfe. Davon sind 37,9 Prozent der Personen minderjährig und 30,7 Prozent sind zwischen 26- und 45-jährig. Von den volljährigen Personen war mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) verheiratet.

Erneuter Rückgang

Die Alimentenbevorschussung ist eine der Sozialhilfe vorgelagerten bedarfsabhängige Leistung, bei der die Gemeinden geschuldete Unterhaltsbeiträge bevorschussen, falls der unterhaltspflichtige Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht oder nur ungenügend nachkommt. Die neuesten Zahlen für das Jahr 2022 zeigen, dass die Quote weiter gesunken ist, von 0,57 Prozent im Vorjahr auf aktuell 0,54 Prozent. Im Berichtsjahr wurden 300 Personen unterstützt.

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