Suzette Mayr, Autorin aus Kanada: «Wenn ich schreibe, kann ich fliegen»

Die kanadische Schriftstellerin Suzette Mayr war am Dienstag im Bücherladen Appenzell zu Gast - aus besonderem Anlass.

  • Wie in einem voll besetzten Zugwaggon: Die Lesung von Suzette Mayr im Bücherladen Appenzell stiess auf grosses Interesse. (Bilder: Monica Dörig)

    Wie in einem voll besetzten Zugwaggon: Die Lesung von Suzette Mayr im Bücherladen Appenzell stiess auf grosses Interesse. (Bilder: Monica Dörig)

  • Die Autogramme von Suzette Mayr (rechts) waren gefragt. Links neben ihr sitzt deren Gesprächspartnerin Marcy Goldberg.

    Die Autogramme von Suzette Mayr (rechts) waren gefragt. Links neben ihr sitzt deren Gesprächspartnerin Marcy Goldberg.

  • Der kanadische Botschafter Patrick Wittmann (links) neben Landesfähnrich Jakob Signer.

    Der kanadische Botschafter Patrick Wittmann (links) neben Landesfähnrich Jakob Signer.

  • Anna-Katharina Diener liess ihr schauspielerisches Können aufblitzen.

    Anna-Katharina Diener liess ihr schauspielerisches Können aufblitzen.

Blickte man am Dienstagabend vom einen Ende des Bücherladens zum anderen, sah es fast aus wie in einem voll besetzten Zugwaggon. Zur Lesung mit der kanadischen Schriftstellerin Suzette Mayr waren nicht nur viele Bücherfreundinnen und -freunde gekommen, sondern auch der kanadische Botschafter, Patrick Wittmann, seine Mitarbeiterin Stéphane Chartrand (Cultural Affairs), Landesfähnrich Jakob Signer und Kulturamtsleiterin Rebekka Dörig. Die politischen und diplomatischen Vertreter hielten Begrüssungsreden.

Alle zeigten sich entzückt darüber, dass Appenzell Station der Europatournee von Suzette Mayr wurde. Ihr sechster Roman «Der Schlafwagendiener», 2023 auf Deutsch erschienen, wurde im Bücherladen Appenzell dank Empfehlung der Buchhändlerinnen am meisten verkauft in der Schweiz. So reiste Suzette Mayr von Calgary, wo sie kreatives Schreiben unterrichtet, im zweitgrössten Land der Welt, wo 37 Millionen Menschen leben, in den kleinsten Kanton der Schweiz mit 16‘400 Einwohnern und Einwohnerinnen.

Der kanadische Botschafter lobte den Wert von Romanen wie der «Der Schlafwagendiener», die auch das schildern, was in der kanadischen Geschichte ungerecht war. «Ich denke, Kunst ist ein sehr gutes Mittel, dafür zu sensibilisieren und Diversity voranzubringen.» Marcy Goldberg, in der Schweiz lebende kanadische Filmhistorikerin, führte ein spannendes und erhellendes – zweisprachiges – Gespräch mit der Autorin. Das aufmerksame Publikum erfuhr ihre Familiengeschichte, wie sie Schriftstellerin wurde, woher der magische Realismus kommt, in dem sie erzählt, und woher die Faszination für den menschlichen Körper und die Prozesse, die in ihm ablaufen. Das ist einer der roten Fäden durch den ersten auf Deutsch erhältlichen Roman von Suzette Mayr. «Die Schönheit des Schreibens liegt darin, dass es keine Regeln gibt: Ich kann fliegen, in andere Sphären reisen», sagte sie.

Schauspielerin Anna-Katharina Diener hat zwei Passagen aus der «Historical Novel», an der die Schriftstellerin 20 Jahre gearbeitet hat, so lebhaft vorgetragen, dass selbst jene, die das Buch schon gelesen haben, es am liebsten nochmals lesen würden. Wer es auch noch lesen möchte, muss sich gedulden: «Der Schlafwagendiener» ist in deutscher Übersetzung vergriffen; im Herbst wird es als Taschenbuch erhältlich sein. Dennoch war die Schlange am Autogrammtisch lang.

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