Streit unter Flurgenossen – Rekurs gutgeheissen

Der Bezirksrat ordnete einen Bodenabtausch zwischen zwei Flurgenossen an. Damit war einer der Landwirte nicht einverstanden und legte Rekurs ein.

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Ein Flurgenosse ist zur Bewirtschaftung eines Teils seiner Liegenschaft darauf angewiesen, dass er ab der bestehenden Flurstrasse ein kurzes Stück über das Land eines andern Flurgenossen fahren kann. Hierfür besteht für die beiden betroffenen Liegenschaften eine Vereinbarung, nach welcher die Durchfahrt auf einem bestimmten Streifen von drei Metern Breite möglich ist. Mit den heutigen Fahrzeugen und weil bei der fraglichen Landüberquerung eine Kurve gefahren werden muss, reicht der vertraglich vereinbarte Landstreifen nicht mehr aus. Weil sich die beiden Flurgenossen nicht über eine neue Regelung einigen konnten, gelangten sie an den zuständigen Bezirksrat.
Für Streitigkeiten unter Flurgenossen ist gemäss dem kantonalen Gesetz über die Flurgenossenschaften der Bezirksrat zuständig. Dieser nahm daher die Sache an die Hand und ordnete in der Folge einen Bodenabtausch an. Damit war einer der Landwirte nicht einverstanden und legte Rekurs ein.
Die Standeskommission hat den Rekurs gutgeheissen. Das Gesetz über die Flurgenossenschaften bietet keine Grundlage für einen Bodentausch unter den Genossenschaftsmitgliedern. Hingegen ist es gemäss diesem Gesetz möglich, die Fahrrechte für die Flurstrasse und die Zu- sowie Abgänge von der Flurstrasse zu regeln. Die Kommission der Flurgenossenschaft wurde demgemäss angewiesen, für das benötigte breitere Überfahrrecht eine einmalige Entschädigung festzulegen und allenfalls den Unterhaltsperimeter anzupassen.

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