Straftaten nahmen letztes Jahr um drei Prozent zu

Das Jahr 2023 war für die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden mit insgesamt 616 registrierten Straftaten wiederum ein sehr intensives Jahr. Allgemein sind in den Bereichen des BetmG, des AIG sowie der übrigen Bundesnebengesetze keine Auffälligkeiten festzustellen.

  • Die Anzahl der Straftaten stieg im vergangenen Jahr in Appenzell Innerrhoden an. (Symbolbild: kai)

    Die Anzahl der Straftaten stieg im vergangenen Jahr in Appenzell Innerrhoden an. (Symbolbild: kai)

Seit 2009 wird die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) nach einheitlichen Vorgaben des Bundesamtes für Statistik erstellt. Die im Kanton Appenzell Innerrhoden verübten Straftaten werden darin erfasst und auf Jahresbasis ausgewertet. Das Jahr 2023 war für die Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden mit insgesamt 616 registrierten Straftaten wiederum ein sehr intensives Jahr. Im Bereich des Strafgesetzbuchs (StGB) wurde in diesem Berichtsjahr mit 569 Straftaten ein neuer Höchststand erreicht. Dieser Höchststand entspricht einer Zunahme zum Vorjahr um drei Prozent. Dazu kommen sieben Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) (minus 61 Prozent) und sechs Straftaten gegen das Ausländergesetz (AIG) (minus 60 Prozent). Die Verstösse gegen übrige Bundesnebengesetze schlagen mit 34 Straftaten zu Buche (minus elf Prozent).

Gewaltstraftaten

In der Deliktskategorie Gewaltstraftaten wurden im Jahr 2023 gesamthaft 51 Fälle registriert. Das entspricht einer Abnahme von 14 Prozent. Bei den schweren Gewaltdelikten, dazu zählen namentlich Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen, Vergewaltigungen und qualifizierte Raubdelikte, ist im Jahr 2023 keine Straftat zu verzeichnen. Zum Vergleich: im Jahr 2022 wurde 1 Straftat registriert.
Die angewandte minderschwere Gewalt, dazu zählen einfache Körperverletzungen, Tätlichkeiten, Raufhandel, Angriff, Raub, Nötigung, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, etc., hat im Jahr 2023 um elf Prozent auf insgesamt 39 Straftaten wiederum leicht zugenommen. Die angedrohte minderschwere Gewalt (Drohungen und Erpressungen) erfuhr eine deutliche Reduktion um 48 Prozent auf insgesamt zwölf Delikte.

Häusliche Gewalt

Im Bereich der häuslichen Gewalt ist eine deutliche Abnahme um 42 Prozent auf 22 Delikte feststellbar. Im Kanton Appenzell Innerrhoden ereignete sich im Jahr 2023 durchschnittlich rund alle zweieinhalb Wochen ein Fall von häuslicher Gewalt.

Straftaten gegen die sexuelle Integrität

Die Straftaten gegen die sexuelle Integrität haben um 22 Prozent auf elf Straftaten zugenommen. Der grösste Anteil in dieser Kategorie hat mit sechs Straftaten der Straftatbestand der Pornografie.
Der Bereich Vermögensdelikte verzeichnet eine Zunahme um drei Prozent von 362 Fällen im Jahr 2022 auf 374 Straftaten im vergangenen Jahr. Die Top 3 Delikte in dieser Kategorie sind der Diebstahl (128), Sachbeschädigungen (96), sowie der Fahrzeugdiebstahl (47).

Beim Diebstahl ist ein starker Anstieg des Einschleichdiebstahls um 280 Prozent auf 19 Straftaten sowie ein starker Anstieg um 500 Prozent auf 24 Straftaten beim Diebstahl aus unverschlossenen Fahrzeugen feststellbar. Bei genauerer Betrachtung der Zahlen im Bereich des Fahrzeugdiebstahls ist eine Zunahme des Diebstahls von Motorfahrrädern mit Elektromotor (E-Bikes) um zehn Straftaten auf insgesamt 15 Straftaten im Jahr 2023 feststellbar. In der gleichen Zeit ist im Bereich des Fahrraddiebstahls ein leichter Rückgang um drei Straftaten auf insgesamt 23 Straftaten zu verzeichnen.

Leider wird insbesondere beim Diebstahl oftmals festgestellt, dass «Gelegenheit macht Diebe» heute immer noch seine Gültigkeit hat. Die Kantonspolizei rät, das man sich vor Dieben zu Hause, auf der Strasse, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Geldschaltern und Kassen, in Gaststätten, in der Freizeit und beim Sport schützen soll, indem man die Sicherheitstipps beachtet. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden (www.ai.ch) oder auf der Webseite der schweizerischen Kriminalprävention (www.skppsc.ch).

Cybercrime auf hohem Niveau

Cybercrime oder auch digitale Kriminalität genannt, sind Straftaten im Cyberraum. Sie entstehen aus einer Kombination von Straftat und Tatvorgehen. Cybercrime umfasst aktuell 33 verschiedene Tatvorgehen. Diese Tatvorgehen sind in die fünf Bereiche «Cyber-Wirtschaftskriminalität», «Cyber-Sexualdelikte», «Cyber-Rufschädigung und unlauteres Verhalten», «Darknet» sowie «andere Tatvorgehen» eingeteilt.
Die Anzahl Cyberdelikte hat sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Im Jahre 2023 sind insgesamt 54 Straftaten zu verzeichnen. Die Gesamtdeliktssumme im Bereich Cybercrime beträgt allein im Kanton Appenzell Innerrhoden 1.45 Millionen Schweizer Franken. Darin nicht enthalten sind weitere Aufwendungen für Reparaturarbeiten oder sonstige Aufwände der Geschädigten. Der Anteil Cyberdelikte im Vergleich zu den Gesamtstraftaten des StGB beträgt im Jahr 2023 rund zehn Prozent. Die Digitalisierung macht sich weiterhin deutlich bemerkbar. Auch im Internet gilt: Seien Sie aufmerksam und mit einer gesunden Portion Skepsis unterwegs. Wenn etwas «zu gut klingt, um wahr zu sein» dann ist es in der Regel eben nicht wahr. Das gilt nicht nur bei Kleinanzeigen, sondern auch bei Onlineanlagen mit angeblichen Traumrenditen.

Effektive Kriminalitätsbekämpfung

Leider ist insbesondere bei der Bekämpfung der seriellen Kriminalität, sei es im Cyberraum oder aber auch bei der klassischen Kriminalitätsbekämpfung, immer noch kein gesamtschweizerischer automatisierter Datenaustausch vorhanden. Das hat zur Folge, dass die Gegenseite mit neuen Möglichkeiten wie zum Beispiel der künstlichen Intelligenz weiter vorrückt, während die Polizei beim automatisierten Datenaustausch weiterhin in der Steinzeit weilt. Ohne einen automatisierten Datenaustausch ist eine effektive und effiziente Kriminalitätsbekämpfung kaum möglich.

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