Stillegung des Friedhofes ist keine Variante

Der Friedhof in Schlatt entspricht nicht mehr den aktuellen Umweltvorschriften. Aus diesem Grund dürfen hier keine Erdbestattungen mehr erfolgen - bis er total saniert ist.

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Wie soll die Zukunft des Friedhofes aussehen? Um die Anliegen und Bedürfnisse der Bevölkerung zu erspüren, lud der Bezirksrat gestern zu zwei Diskussionsrunden ein.
Die Situation rund um den Friedhof ist so: Erdbestattungen sind nicht mehr erlaubt. Gemäss schweizerischem Gesetz muss der Friedhof nämlich einer Totalsanierung unterzogen werden. Eine solche würde nach Schätzungen der Kirchenverwaltung Appenzell zwischen 250‘000 und 300‘000 Franken kosten. Die Arbeiten müssten durch eine spezialisierte Firma ausgeführt werden und wären laut Kirchenrat Armin Broger ein Riesenaufwand. Für ein geplantes Gemeinschaftsgrab für Urnen (Kosten zwischen 50‘000 und 60‘000 Franken) würde die Bewilligung bereits vorliegen.
Die Entscheidungshoheit, was auf dem Friedhof Schlatt passieren wird, hat der Kirchenrat von Appenzell. Der Bezirk Schlatt-Haslen, dem das Bestattungswesen obliegt, hätte die Kosten zu tragen. «Deshalb ist es wichtig, dass wir den Rank miteinander finden und wir haben deshalb den Bezirk ins Boot geholt», sagte Kirchenratspräsidentin Damiana Vicini. Diese erklärte weiter, dass die Zahl der Erdbestattungen in Schlatt bei 0,7 pro Jahr liegt. Und noch eine Zahl: pro Bestattung zahlt der Bezirk aktuell Fr. 4000.-, nach einer Sanierung würde sie ein x-faches mehr betragen.
Doch es ging am Montag in Schlatt weit mehr als nur um nackte Zahlen und ums Geld.  Es ging um Emotionen, die teilweise sehr tief lagen und um ein ganz persönliches Thema, über das es nicht unbedingt leicht ist zu sprechen. Doch etwas kristallisierte sich schnell heraus, was Hauptmann Gerhard Leu so zusammenfasste: «Eine Stillegung des Schlatter Friedhofes ist keine Variante». Aus den Diskussionen herauszulesen war auch, dass die Schaffung eines Gemeinschaftsgrabes willkommen wäre.







 


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