Standortvorteil wurde zum Nachteil

Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi richtet ihre Programme in der Schweiz neu aus: Die Integrationsprogramme, ein Schul- und Wohnangebot, werden aufgrund der Entwicklungen im Schweizer Sozialwesen ab Sommer 2014 nicht mehr weitergeführt.

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Ab 1987 wurden für Kinder mit sozialen und schulischen Schwierigkeiten sozialpädagogische Wohngruppen gegründet. Die Integrationsprogramme belegten zeitweilig bis zu fünf Häuser im Dorf, in denen bis zu 32 Kinder lebten. Im Jahr 2008 wurde dieses Heimangebot der Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE) unterstellt. Mit der parallelen Entwicklung hin zu einer sozialraumnahen Platzierungspraxis der Sozialämter wurde der ursprüngliche Standortvorteil des Kinderdorfes im idyllischen – und abgelegenen – Trogen zu einem Nachteil.
Die natürlichen Abgänge konnten immer weniger durch Neuplatzierungen aus Fremdkantonen kompensiert werden. Durch die unzureichende Auslastung entstand ein zunehmender Kostendruck, da das Angebot ausschliesslich über Versorgerbeiträge der zuweisenden Kantone und Gemeinden finanziert werden darf. Das Angebot wurde in den letzten fünf Jahren redimensioniert, um der rückläufigen Auslastung und dem daraus resultierenden Kostendruck zu begegnen. Der Stiftungsrat hat aufgrund dieser Entwicklung beschlossen, die Integrationsprogramme der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ab Sommer 2014 nicht mehr weiterzuführen.

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