Standeskommission empfindet Balkone noch immer als «störend»

Die Standeskommission hatte im Jahr 2009 einen Rekurs der Fachkommission Heimatschutz gegen die Bewilligung für den Anbau von Balkonen an der Hauptfassade eines im Appenzellerhausstil realisierten Gebäudes in der Kernzone gutgeheissen und die Baubewilligung aufgehoben.

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Die Standeskommission begründete ihren Entscheid damals im Wesentlichen damit, dass Balkone an Hauptfassaden eines Appenzellerhauses generell und an einer gestemmten Fassade in der Kernzone sowie im Bereich der Ortsbildschutzzone im Dorf Appenzell im Besonderen ein atypisches Bauelement seien. Die Balkone würden als Fremdkörper in Erscheinung treten. Es ergäben sich Nachteile für das Orts- und Strassenbild, was mit der erhöhten Schutzbedürftigkeit in der Ortsbildschutzzone nicht vereinbar sei.
Ein erneutes Gesuch der Bauherrschaft um Anbau von etwas anders gestalteten Balkonen an dieselbe gestemmte Fassade hat die Baukommission im Wesentlichen mit der von der Standeskommission in ihrem Rekursentscheid im Jahr 2009 angeführten Gründen abgelehnt. Die Standeskommission hat die ablehnende Haltung der Baukommission und ihre eigene gemäss dem früheren Rekursentscheid bestätigt und den Rekurs der Bauherrschaft abgewiesen. Sie hat ihre bereits im Entscheid aus dem Jahr 2009 genannten Erwägungen wiederholt, dass Balkone an einer gestemmten Fassade atypisch sind, als Fremdkörper in Erscheinung treten und damit das Orts- und Strassenbild stören. Auch der Umstand, dass der Balkonanbau architektonisch etwas anders gestaltet sei, ändere daran nichts. Zudem verlange das mit dem neuen Baugesetz seit 2012 geltende Gestaltungsgebot höhere Anforderungen an die ästhetische Wirkung als dies mit dem 2009 geltenden Verunstaltungsverbot der Fall war.

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