Stabwechsel bei der FDP Waldstatt

Das wichtigste Traktandum an der diesjährigen Hauptversammlung der FDP Waldstatt war der Rücktritt der langjährigen Präsidentin Ursula Weibel. Ganze 23 Jahre, davon 17 Jahre als Präsidentin, hatte Weibel im Vorstand gewirkt. Als Nachfolger wurde einstimmig Jürg Langenegger gewählt.

  • Schellenschmied Peter Preisig gibt dem neuen Vorstandsmitglied Monika Bodenmann und der abtretenden Präsidentin Ursula Weibel (von links) Einblick in sein Handwerk. (Bilder: zVg)

    Schellenschmied Peter Preisig gibt dem neuen Vorstandsmitglied Monika Bodenmann und der abtretenden Präsidentin Ursula Weibel (von links) Einblick in sein Handwerk. (Bilder: zVg)

  • Schellenschmied Peter Preisig erläutert seine Arbeitsprozesse.

    Schellenschmied Peter Preisig erläutert seine Arbeitsprozesse.

  • Die abtretende Präsidentin Ursula Weibel.

    Die abtretende Präsidentin Ursula Weibel.

  • Der Schellenschmied mit Gehilfe bei der Arbeit.

    Der Schellenschmied mit Gehilfe bei der Arbeit.

  • Monika Gessler, Präsidentin der FDP AR, und Ursula Weibel (rechts).

    Monika Gessler, Präsidentin der FDP AR, und Ursula Weibel (rechts).

Bei der zurücktretenden Präsidentin Ursula Weibel ist die Begeisterung und das Engagement für gesellschaftliche und politische Fragen stets spürbar gewesen. So war sie bereits Ende der 1980er-Jahre Präsidentin des Krankenpflegevereins (heute Spitex). 1990 bis 1998 war sie Gemeinderätin, 1996 bis 2011 Kantonsrätin, davon die letzten drei Jahre auch Fraktionspräsidentin der FDP AR. In einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt die Partei über Ursula Weibel: «Ihre freundliche und gewinnende Art, gepaart mit einer liberalen Grundhaltung, wurde überall sehr geschätzt. Das erreicht man nicht nur mit guter Dossierkenntnis, sondern indem man auf die Leute zugeht, den Weg für Kompromisse ebnet, aber auch verlässlich und konsequent handelt. Gleichzeitig war Ursi eine wunderbare Botschafterin gegenüber den Medien. Ihre Statements waren stets originell, gut verständlich und auch mit Witz gespickt.» Auch die Kantonalpräsidentin Monika Gessler, bedankte sich bei Ursi Weibel für ihr Wirken auf kantonaler Ebene und ihre grosse Arbeit für die FDP AR. Sie stellte mit Genugtuung und grossem Dank fest, dass die Ortspartei Waldstatt auf kantonaler Ebene einen sehr guten Ruf geniesst. Als Nachfolger wurde einstimmig Jürg Langenegger gewählt.

Interessante Führung durch die Schellenschmiede Preisig

Vor der Hauptversammlung genossen über zwanzig Personen eine Führung durch die Schellenschmiede von Peter Preisig. Er hat sich in jahrelanger aufwendiger Arbeit das Handwerk des Schellen- und Rollenschmiedes von Grund auf erarbeitet. In früheren Jahren wurde dieses Handwerk im Tirol von drei Schellenschmieden betrieben. Leider haben sie ihr Wissen und Können nicht weitergegeben. Ohne die enormen Bemühungen und jahrelangen Versuche von Peter Preisig wären heute Senntumschellen und Chlausenrollen in der früheren Qualität nicht mehr erhältlich.

Die Herstellung einer Schelle oder Rolle ist Handarbeit in der reinsten Form. In zahlreichen Arbeitsgängen wird Blech zu einer fertigen Schelle verarbeitet. Der Arbeitsaufwand für eine Schelle liegt je nach Grösse bei 30 bis 45 Stunden. Erst wenn sie im Feuer vermessingt ist, erhält sie den Klang, der nicht mehr verändert werden kann. Auch nach 20-jähriger Erfahrung ist dieser Moment für den Schellenschmied immer von grösster Bedeutung, denn es zeigt sich erst jetzt, ob die Tonlage richtig ist, oder die Arbeit nochmals von vorne beginnen muss. Es hängt somit einzig und allein von den vorhergehenden Arbeitsschritten ab, die daher sehr viel Erfahrung und handwerkliches Können voraussetzen. Dies zeigt, dass der Schellenschmied nebst handwerklichem Geschick auch über ein ausserordentlich gutes Musikgehör verfügen muss.

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