Spital Heiden wird als Medizinisches Ambulatorium genutzt

Trotz der Schliessung des Spitals wird in Heiden die medizinische Grundversorgung weitergeführt. Anfang April eröffnet ein Ärzteteam im Parterre der ehemaligen Spitalliegenschaft das Medizinisches Ambulatorium in Heiden (MAiH).

  • Bild: Archiv app24

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Für den Ausserrhoder Spitalverbund (Svar) stand das vergangene Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie und der Schliessung des Spitals Heiden. Der stationäre Betrieb in Heiden wurde bereits Ende Juli eingestellt. Der Grund war die Personalsituation: Ein Teil der 130 Mitarbeitenden hatte bereits eine neue Stelle gefunden. Nach der Schliessung des Spitals werden die Immobilien in das Eigentum des Kantons zurückgeführt. Der Svar führte sein Sprechstundenangebot in Heiden vorerst weiter. Es handelte sich dabei um Sprechstunden in den Fachbereichen Chirurgie, Handchirurgie, Urologie, Gastroenterologie, Nephrologie, Gynäkologie und ambulante Psychiatrische Dienste. Parallel dazu schloss sich eine Gruppe aus Ärztinnen und Ärzten, einer Physiotherapeutin, medizinischen Praxisassistentinnen, Pflegenden und medizinischen Sekretärinnen zusammen, um «die medizinische Versorgung im Vorderland und der Umgebung aufrecht zu erhalten und nachhaltig zu stärken».

Svar ist Untermieter im MAiH

Am 4. April, ein knappes Jahr nach Bekanntgabe der Spitalschliessung, nimmt das Medizinische Ambulatorium in Heiden im ehemaligen Spitalgebäude seinen Betrieb auf. Das Angebot umfasst Hausarztmedizin, Sprechstunden von Spezialärzten und Physiotherapie. Die Co-Geschäftsleitung des Ambulatoriums haben Pascale Brei, Fachärztin für Handchirurgie, und Thomas Langer, langjähriger Hausarzt in Wolfhalden, gemeinsam inne. Langer wird seine Hausarztpraxis Ende März ins MAiH zügeln. Othmar Kehl, ehemaliger Chefarzt Medizin im Spital Heiden, ist Verwaltungsratspräsident der Infrastrukturgesellschaft. «Wir haben mit dem Kanton einen Mietvertrag über fünf Jahre abgeschlossen», sagte Pascale Brei auf Anfrage. Es werde eine längerfristige Lösung angestrebt, auch von Seiten des Kantons. An der Finanzierung des MAiH sei aber weder der Kanton noch der Svar beteiligt.

Der Svar führe als Untermieter die Dialyse und nephrologische Sprechstunde weiter und Ärzte aus dem Fachbereich Gynäkologie und Chirurgie führten als Konsiliarärzte des Svar Sprechstunden im MAiH durch.

Ausbildungsstätte für Hausärzte

Die Bereitstellung der Infrastruktur solle es ermöglichen, weitere Hausärztinnen und Hausärzte für die Arbeit im MAiH zu gewinnen. Ab September 2022 ist geplant, regelmässig junge Kolleginnen und Kollegen in Hausarztmedizin auszubilden, um die Hausarztmedizin im Vorderland langfristig zu stärken.
Durch die Weiterführung der Spezialsprechstunden in Kooperation mit dem Svar soll für die Bevölkerung weiterhin wohnortnahe, persönliche Behandlungen durch Fachärzte in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Hausärzten gewährleistet werden.

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