Segen und Lob für den teuren «Leuchtturm»

An der Hauptversammlung des VAT AI wurden zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt sowie die Jahresrechnung und die Baukostenüberschreitung von 330’000 Franken beim Umbau der neuen Geschäftsstelle am Landsgemeindeplatz thematisiert. Diese war zuvor feierlich eingeweiht worden.

  • Standespfarrer Lukas Hidber segnet das neu bezogene Gebäude ein. (Bilder: Lukas Pfiffner)

    Standespfarrer Lukas Hidber segnet das neu bezogene Gebäude ein. (Bilder: Lukas Pfiffner)

  • Rund 150 Personen leisten der Einladung zur Besichtigung Folge.

    Rund 150 Personen leisten der Einladung zur Besichtigung Folge.

  • Die zurückgetretene Andrea Bischofberger zwischen den zwei neuen Vorstandsmitgliedern (links Aline Holderegger, rechts Silvie Inauen).

    Die zurückgetretene Andrea Bischofberger zwischen den zwei neuen Vorstandsmitgliedern (links Aline Holderegger, rechts Silvie Inauen).

  • Präsident Sepp Manser bedankt sich bei den Autorinnen Kathrin Moeschlin und Nadia Pettanice (von links).

    Präsident Sepp Manser bedankt sich bei den Autorinnen Kathrin Moeschlin und Nadia Pettanice (von links).

  • Stefan Baumann und Clarigna Küng begleiten die Versammlung in der Klosterkirche auf ihren Streichinstrumenten.

    Stefan Baumann und Clarigna Küng begleiten die Versammlung in der Klosterkirche auf ihren Streichinstrumenten.

  • Geschäftsführer Guido Buob erläutert einige Punkte der Rechnung.

    Geschäftsführer Guido Buob erläutert einige Punkte der Rechnung.

  • Pfarrer Lukas Hidber erhält von Präsident Sepp Manser einen Kristall.

    Pfarrer Lukas Hidber erhält von Präsident Sepp Manser einen Kristall.

  • Sie informieren sich im Empfangsraum der neuen Geschäftsstelle.

    Sie informieren sich im Empfangsraum der neuen Geschäftsstelle.

«Eine falsche Handbewegung, und der Brunnen auf dem Vorplatz ist voller Weihwasser», scherzte Standespfarrer Lukas Hidber. Die Stimmung war gut: Der Verein Appenzellerland Tourismus Innerrhoden (VAT AI) hatte Mitglieder und Gäste zur Einsegnung und Besichtigung der neuen Liegenschaft Hauptgasse 38 eingeladen – gefolgt von der Hauptversammlung. «Tourismus und Kirche haben mehr miteinander zu tun, als man glaubt», sagte Hidber, bevor er die Einsegnung vornahm. Die Bibel enthalte viele Geschichten von Menschen, die unterwegs seien – freiwillig oder unfreiwillig. «Ich möchte nun nicht einfach die Steine segnen, sondern die Menschen, die als Touristen ein und ausgehen, ebenso jene, die hier arbeiten.»

Sepp Manser, Präsident VAT AI, der dem Pfarrer einen Kristall als Zeichen der Verbundenheit und Dankbarkeit schenkte, nannte die neue Touristen-Information ein Bijou und Leuchtturm. «Sie ist das Resultat des funktionierenden Tourismus und einer hervorragenden Zusammenarbeit.» Der Regierende Landammann Roland Inauen sagte, er sei ein grosser Skeptiker gewesen. «Jetzt stelle ich fest: Der Umbau ist grossartig herausgekommen.»

Das Tagesgeschäft litt nicht

Die Umsetzung hat allerdings zu einer massiven Kostenüberschreitung geführt. Manser informierte im Verlauf des Abends über dieses Thema. Für die 125. Hauptversammlung wechselten die über 150 Personen in die Klosterkirche. Mit den Vereinsmitgliedern waren zahlreiche Gäste aus Politik, Verbänden, Unternehmungen sowie die Mitarbeiter anwesend. Geschäftsführer Guido Buob unterstrich, dass das Tagesgeschäft nie unter den Aktivitäten des Umbaus gelitten habe. Man blicke auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Er erläuterte einige Punkte der Rechnung. Nachfragen oder Opposition gab es nicht. Bei einem Gesamtertrag von 2,952 Millionen Franken resultierte ein Gewinn von rund 3000 Franken.

Abschreibung von Gutscheinen

Das Budget für 2024 bewegt sich in der Höhe von 2023 und sieht einen ausgeglichenen Abschluss vor. Zur gleichbleibenden «Subvention Kanton» von 1,14 Millionen Franken sagte der Präsident, diese werde grösstenteils aus einem zweckbestimmten Fonds touristischer Einnahmen entnommen. Im Voranschlag enthalten ist ein Betrag von 220’000 Franken als ausserordentlicher Erfolg. Dieser fusst in der Tatsache, dass erstmals offene Gutscheine, die älter als zehn Jahre alt sind, abgeschrieben werden. Buob erwähnte, dass die Nähe zu den Behörden schweizweit eine Besonderheit darstelle. «Das ist nicht einfach eine Jubiläumsfloskel.» Er wies auch darauf hin, dass der Verein das breite Netz an Wanderwegen nicht nur für die Gäste unterhalte, sondern ebenso für die Einheimischen. «Dies darf auch einmal gesagt werden.»

Zwei neue Vorstandsmitglieder

Im Vorstand gab es zwei Rücktritte. Vizepräsidentin Andrea Bischofberger (Vertretung Regionalmarketing) habe seit 2008 grosses Engagement aufgebracht, sagte Manser. «Sie war zur Stelle, wenn es galt, diplomatische Diskussionen zu führen, aber auch Entscheide zu treffen.» Für sie wurde Aline Holderegger (Gonten) gewählt. Sie ist Co-Leiterin des Besucherzentrums Brauqöll.

Nach dem Rücktritt als Präsident von Gastro AI kann Stephan Sutter aufgrund der Statuten nicht mehr dem Vorstand angehören. Auch ihm dankte der Präsident – allerdings in Abwesenheit, weil Sutter an der HV nicht teilnehmen konnte. Als Vertretung des Gastroverbandes stellte sich Silvie Inauen (Schwende) zur Verfügung. Sie führt das Restaurant Frohe Aussicht. Sepp Manser und die übrigen Vorstandsmitglieder wurden im Amt bestätigt. Wer das Vizepräsidium übernehmen wird, ist intern noch zu klären.

Buchautorinnen zu Gast

Zu den Jubiläumsaktivitäten zählen ein «Tag der offenen Tür» für die Bevölkerung am 8. Juni, eine Sonderausstellung im Museum Appenzell sowie eine Wanderausstellung, die an mehreren Standorten zu Gast sein wird. Zudem wird ein Buch zur Geschichte des Innerrhoder Tourismus verfasst – es kann an der Hauptversammlung von 2025 erworben werden. Die Autorinnen Kathrin Moeschlin und Nadia Pettannice gaben Einblicke in die vorgesehenen Inhalte.

Clarigna Küng und Stefan Baumann begleiteten den Anlass mit der Geige und dem Cello. Angesichts der Versammlungsdauer von zwei Stunden stand die inoffizielle Frage im Kirchenraum, ob das «Duo AlpTraum» noch einen Titel spielen solle. Wer schon zum Apéro riche gehen wolle, könne das, meinte Manser. Worauf der Cellist Diskretion zusicherte: «Wir können uns auch einen Moment umdrehen…» Es blieben praktisch alle Personen in der Kirche.

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