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Schweineseuche PRRS: Die Lage ist ernst

In Appenzell Innerrhoden mussten heute 1200 mit dem PRRS-Virus infizierte Schweine liquidiert werden

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Vor einer Woche wurde bekannt, dass das Virus PRRS, das bei Schweinen Erkrankungen der Atemwegs- und Fortpflanzungsorgane verursacht, erstmals in der Schweiz aufgetaucht ist. Aufgrund der kontaminierten Sperma-Lieferung aus einer deutschen Eberstation mussten in der Ostschweiz 27 Schweinezuchten untersucht werden.

Zur Zeit überschlagen sich die Ereignisse. Bei der Beprobung der in Frage kommenden Betriebe wurden am Sonntag drei Innerrhoder, ein Ausserrhoder und einige St.Galler Schweinezuchten als möglicherweise betroffen eingegrenzt. Heute Morgen erreichte den Kantonstierarzt beider Appenzell die Nachricht, dass Tiere eines 1200 Schweine umfassenden Bestandes im Bezirk Rüte (AI) mit dem PRRS-Virus infiziert sind. Umgehend wurde der kantonale Führungsstab aufgeboten. Kantonstierarzt Sascha Quaile musste die Tötung sämtlicher Schweine dieses Zuchtbetriebs anordnen. 200 Muttersauen wurden seit heute Mittag zur Schlachtung nach Frauenfeld transportiert. Die anderen 1000 Tiere mussten vor Ort – nach Betäubung – durch Fachleute liquidiert werden. Die Kadaver werden in Bazenheid entsorgt.

Die Massnahme, an der 50 Personen beteiligt waren, erschien notwendig, weil eine Ansteckung anderer Betriebe verhindert werden musste. Das PRRS-Virus verbreitet sich wie ein Schnupfen bei den Schweinen über Körperkontakt, durch die Luft und vor allem über den Tierverkehr.  Die Kosten der Aktion, die im Moment noch nicht beziffert werden können, werde der Kanton tragen, informierte Landeshauptmann Lorenz Koller, Vorsteher des Landwirtschaftsdepartements AI. Rechtliche Schritte gegen den Sperma-Lieferanten würden geprüft.

Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr, informierten die Verantwortlichen an der Pressekonferenz in Appenzell, die heute Nachmittag kurzfristig angesetzt worden war. Das Fleisch der getöteten Muttersauen kann unbedenklich für den Verzehr weiter verarbeitet werden.

Bis heute Abend werde der ganze befallene Betrieb geräumt sein, informierte Bezirkshauptmann Hans Breu. Die Besitzerfamilie werde von den Ortsbehörden unterstützt. Auch ein Care-Team steht bei Bedarf bereit.

Bei den anderen Verdachtsbetrieben laufen die Untersuchungen der Proben auf Hochtouren. Das Labor in Bern arbeitet rund um die Uhr. Erst wenn 200 bis 300 Proben pro Betrieb zweimal keinen Befund  ergeben, kann Entwarnung gegeben werden. Resultate sind frühestens morgen zu erwarten.

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