Schutzwürdigkeit ist abzuklären

Gegen den Abbruch zweier in der Landwirtschaftszone liegender Wohnhäuser wurde Rekurs erhoben. Der Bezirksrat muss nun in beiden Fällen entscheiden, ob das Objekt ins Schutzregister einzutragen ist oder nicht.

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Ein Bezirksrat bewilligte einer Bauherrschaft den Abbruch und Wiederaufbau eines in der Landwirtschaftszone liegenden, aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzten Wohnhauses. Sowohl die Fachkommission Heimatschutz als auch die Fachkommission Denkmalpflege schätzten das Haus als historisch wertvoll und daher erhaltenswert ein. Die Fachkommission Heimatschutz erhob in der Folge Rekurs und forderte neben der Aufhebung des bezirksrätlichen Entscheids die Eintragung des Wohnhauses in das Schutzregister.
Beim fraglichen Haus handelt es sich um eine in der Landwirtschaftszone liegende, heute zonenfremd genutzte Baute. Für Bauvorhaben an solchen Objekten ist eine raumplanerische Bewilligung des Bau- und Umweltdepartements nötig. Diese wurde noch nicht eingeholt. Die Standeskommission hat die Verfügung des Bezirksrates deshalb aufgehoben und das Baugesuch zur Beurteilung und Entscheidung dem Bau- und Umweltdepartement überwiesen.
Für die Aufnahme von Objekten ins Schutzregister sind die Bezirke zuständig. Da die beiden Fachkommissionen das Wohnhaus als erhaltenswert erachten, sollte über den Abbruch aber erst entschieden werden, wenn die Frage der Schutzwürdigkeit näher abgeklärt worden ist. In ihrer Funktion als Oberaufsichtsbehörde beauftragte die Standeskommission den Bezirk daher mit der Abklärung, ob das Wohnhaus tatsächlich schutzwürdig und in das Schutzregister einzutragen ist.

In einem weiteren Fall beabsichtigt eine Bauherrschaft ebenfalls, ein in der Landwirtschaftszone liegendes Wohnhaus abzubrechen und wieder aufzubauen. Der Schweizer Heimatschutz (Sektion St.Gallen-Appenzell I.Rh.) und eine Privatperson verlangten einspracheweise, den Abbruch abzulehnen und das Haus unter Denkmalschutz zu stellen. Dieser Antrag wurde durch den zuständigen Bezirksrat abgelehnt, worauf die Einsprechenden Rekurs erhoben.
Die Standeskommission trat auf den Rekurs des Schweizer Heimatschutzes nicht ein und wies den Rekurs ab. Sie stellte fest, dass der Abbruch nicht mit denkmalpflegerischen Argumenten verhindert werden kann, solange das fragliche Haus nicht im Schutzregister eingetragen ist. Da aber die Frage, ob das Haus tatsächlich schutzwürdig und aufgrund des schlechten Zustandes auch schutzfähig ist, noch nicht schlüssig geklärt ist, hat die Standeskommission in ihrer Funktion als Oberaufsichtsbehörde den Bezirksrat angewiesen, die erforderlichen Abklärungen noch vorzunehmen. Für den Entscheid über eine allfällige Aufnahme des Objektes ins Schutzregister ist dann der Bezirk allein zuständig.

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