Schoggi geniessen, straffällig werden

Für die Schülerinnen und Schüler der Herisauer Sekundarschule galt in den vier Tagen nach Pfingsten nicht der gewohnte Stundenplan.

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Sie widmeten sich in einer Sonderwoche speziellen Themen wie dem Salsa-Tanz, einer Fussball-Comedy oder der Schokolade-Herstellung.

«Wie lässt sich der Gesprächsinhalt in die Körpersprache umsetzen? Es ist nicht so einfach, kann aber lustig herauskommen», hörten die Schülerinnen und Schüler in der Aula der Sekundarschule Ebnet Ost vom Lehrer. Im Kurs «Theater» hatte unter anderem die fiktive brasilianische Fussballgrösse José Antonio eine wichtige Rolle inne – die Jugendlichen untermalten quasi seine Antworten in Mimik und Gestik. Auch im Kurs 9 spielten Profis eine Rolle, allerdings nicht solche aus dem Sport: «Ein professioneller Chocolatier bevorzugt die Tabliermethode», war auf einem Blatt zu lesen, das im Chemiezimmer des Schulhauses Ebnet West auflag. Der Kakao als «Speise der Götter» stand dort im Mittelpunkt; die Jugendlichen widmeten sich bei unserem Besuch der Wasserbadmethode. Verschiedene Schokolade-Grundelemente wurden geschmolzen, dann in Formen gegossen. «Das Einhalten der Arbeitsschritte Schmelzen-Abkühlen-Erwärmen ist wichtig für die gewünschte Schokoladestruktur», lautete einer der Grundsätze.

Derweil war die eine Hälfte des Kurses «Around the world» in der Turnhalle mit Salsa-Tanz beschäftigt. Die andere bereitete das Essen vor. Am Dienstag war Asien im Mittelpunkt, am Mittwoch Amerika, am Donnerstag Afrika und Australien. Am Freitag standen ein Besuch in einem Asylbewerberheim und Gespräche mit Asylbewerbern auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule hatten ihre favorisierten Kurse angeben können und waren in eines der über 20 Themen eingeteilt worden. Einen verbindenden Obertitel hatte die Sonderwoche nicht – die Palette an Angeboten war sehr gross. Einige Aktivitäten fanden ausserhalb der gewohnten Schulräumlichkeiten statt.

Zum Beispiel waren einige Schülerinnen und Schüler in einer Primarschuleinheit unterrichtend tätig. Andere leisteten einen Arbeitseinsatz. Mit «Typisch Schweizerischem» beschäftigte sich eine weitere Gruppe – von der Rega über das Fondue bis zum Schwingsport. Einige Kursangebote beinhalteten auch wenig angenehme Themen. Eines lautete «Jugendliche werden straffällig». Die Schülerinnen und Schüler widmeten sich allfälligen Gründen dafür wie auch der Frage, wie es zu einer Anzeige und zu einer Verurteilung kommt.

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