Schnelles Internet für Innerrhoden

Am 9. Mai 2021 befürworteten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Appenzell Innerrhoden mit 81,8 Prozent einen Beitrag von zwei Millionen Franken für den Ausbau der Breitbanderschliessung. Infolge vorsorglicher Massnahmen im Rahmen einer eröffneten Untersuchung durch die Schweizerische Wettbewerbskommission verzögerte sich das Ausbauprojekt für längere Zeit.

  • Der regierende Landammann, Volkswirtschaftsdirektor Roland Dähler bedankt sich beim Swisscom-Projektverantwortlichen Sven Guyer für die erfolgreiche Zusammenarbeit, die schliesslich zur Vertragsunterzeichnung führte. (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

    Der regierende Landammann, Volkswirtschaftsdirektor Roland Dähler bedankt sich beim Swisscom-Projektverantwortlichen Sven Guyer für die erfolgreiche Zusammenarbeit, die schliesslich zur Vertragsunterzeichnung führte. (Bild: Hans Ulrich Gantenbein)

Dank Gesprächen über Alternativen wird das Vorhaben nun realisiert. Der Kanton Appenzell Innerrhoden, die Feuerschaugemeinde Appenzell sowie die Elektra Oberegg haben den Umsetzungsvertrag mit der Swisscom unterschrieben.

Das Projekt Breitbanderschliessung Appenzell Innerrhoden sah ursprünglich vor, dass Wohnungen und Geschäfte innerhalb der Swisscom-Ausbaugebiete (entspricht grösstenteils dem Baugebiet) bis Ende 2022 über Bandbreiten zwischen 80Mbps bis 600Mbps und bis spätestens 2029 über Bandbreiten von 10’000Mbps verfügen. Ausserhalb der Swisscom-Ausbaugebiete sollten bis Ende 2028 rund 80 Prozent der ganzjährig bewohnten Liegenschaften mit einer Mindestbandbreite von 80Mbps versorgt werden, wie das Volkswirtschaftsdepartement in einer Mitteilung schreibt.

Wettbewerbskommission verfügt Massnahmen

Vorsorgliche Massnahmen im Rahmen einer Untersuchung des Swisscom-Glasfaserausbaus durch die Wettbewerbskommission (Weko) im Dezember 2020 und ein Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts hatten eine unklare Situation zum geplanten Glasfaserausbau innerhalb der Swisscom-Ausbaugebiete zur Folge. Dadurch war auch der Ausbau ausserhalb der Swisscom-Ausbaugebiete blockiert. Der Kanton und die beiden Energieversorgerinnen diskutierten daraufhin mit der Swisscom über das weitere Vorgehen und potenzielle andere Lösungen.

Realisierung der Breitbanderschliessung

Nach verschiedenen Diskussionen haben sich die Vertragsparteien darauf geeinigt, dass die Swisscom bis Ende 2028 die Regionen ausserhalb des Ausbaugebiets mit Bandbreiten von mindestens 80Mbps und bis Ende 2029 die Gebiete innerhalb des Ausbaugebiets mit Bandbreiten von mindestens 10’000Mbps erschliesst – im Einklang mit den verfügten vorsorglichen Massnahmen der Weko und dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts. Trotz des allfälligen, technisch bedingten Mehraufwands wird der an der Landsgemeinde gesprochene Beitrag nicht überschritten.  

Erhöhtes Engagement der Swisscom

Als Wermutstropfen bleibt, dass die Weko-Untersuchung in den ohnehin schlecht erschlossenen Randgebieten zu einer weiteren Verzögerung des Ausbaus führt. Dies zudem in Regionen, die bereits Ende 2022 flächendeckend mit Bandbreiten von 80Mbps bis 600Mbps hätten verfügbar gemacht werden können.

Landammann Roland Dähler zeigt sich sehr erfreut darüber, dass nach all den Widerständen der Durchbruch nun gelungen ist. Er weist speziell darauf hin, dass das Entgegenkommen der Swisscom nicht selbstverständlich ist. Das Risiko allfälliger, durch die unterschiedliche Netzarchitektur bedingter Mehrkosten wird vollumfänglich und allein von der Swisscom getragen. Nach der Unterzeichnung der Verträge werden die weitere Planung des Rollouts und der zügige Ausbau des Netzes rasch angegangen.

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