Schiessanlagen werden saniert

Durch den Schützensport und das «Obligatorische» sind die Kugelfänge der Schiessanlagen in Appenzell Ausserrhoden mit giftigem Blei und Antimon belastet; sie müssen saniert werden.

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So sollen einerseits emissionsfreie Kugelfänge installiert werden; andererseits muss das belastete Erdreich ersetzt werden. Die Kosten der Sanierungen werden durch den kantonalen Abfallfonds sowie Bundesbeiträge getragen.

 Alle Gemeinden der Schweiz waren seit 1907 verpflichtet, für die obligatorischen Schiessübungen geeignete Plätze zur Verfügung zu stellen. Untersuchungen belegen, dass die Bereiche der Kugelfänge mit den giftigen Stoffen Blei und Antimon belastet sind. Bei der Bestimmung der Bodenbelastung beschränkt man sich jeweils auf das Blei: So finden sich in den obersten 20 cm des Bodens um die Kugelfänge Mengen bis 60 Gramm Blei pro Kilogramm Boden. Das Blei kann teilweise bis in eine Tiefe von 80 cm nachgewiesen werden. Die meisten Kugelfänge befinden sich in der Landwirtschaftszone. Bei Belastungen von mehr als einem Gramm Blei pro Kilogramm Boden muss davon ausgegangen werden, dass für die Kühe und Schafe, die diese Flächen beweiden, die Gefahr einer Bleivergiftung besteht. Die Kugelfänge müssen daher eingezäunt sein. Zudem können Kugelfänge in Grundwasserschutzgebieten das Trinkwasser gefährden.

 

Finanzierung durch kantonalen Abfallfonds und Bund

Appenzell Ausserrhoden hat daher beschlossen, die Untersuchung und Sanierung der Schiessanlagen voranzutreiben – mit Priorität auf Anlagen in Grundwasserschutzzonen. Um die im Kanton anfallenden Gesamtkosten genauer abschätzen und die Sanierungen zeitlich planen zu können, soll die Untersuchung aller Kugelfänge bis Ende 2014 durchgeführt werden. Die Kosten der Sanierungen werden durch den kantonalen Abfallfonds sowie Bundesbeiträge getragen. Nicht unter die Sanierungskosten fallen die Ausgaben für die neuen, emissionsfreien Kugelfangsysteme. Diese sind von Gemeinde und Schützenvereinen zu tragen.

 

Schiessanlage Schwellbrunn bereits in Arbeit

Bereits mit der Sanierung begonnen wurde bei der Schwellbrunner Schiessanlage. Dort sind die Sanierungsdringlichkeit und -anforderungen hoch, denn deren Kugelfang liegt in der Grundwasserschutzzone S3. Bauunternehmer und Zivilschutzangehörige tragen momentan den Boden in einem Bereich von etwa 50 x 40 Metern Schicht um Schicht – sortiert nach Bleigehalt – ab und führen diese einer umweltgerechten Entsorgung zu. Die Gemeinde Schwellbrunn finanziert die Kosten vor; sie werden ihr nach Abschluss der Sanierung rückvergütet.

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