Rückkehr zur alten Ordnung in Innerrhoden

Die Umbauvorschriften für Bauernhäuser werden gelockert. Der Bundesrat hat am Mittwoch eine Teilrevision der Raumplanungsverordnung beschlossen.

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Heute dürfen Wohngebäude im ländlichen Gebiet ausserhalb Bauzonen nur für Wohnzwecke von nicht als Bauern tätigen Personen umgebaut, abgebrochen oder wieder aufgebaut werden, wenn sie bereits vor dem 1. Juli 1972 so genutzt worden waren. Waren die Gebäude vor diesem Stichtag von Bauern bewohnt gewesen, ist eine Umnutzung verboten.

Der Entscheid des Bundesrates ist für die Streusiedlung von erheblicher Tragweite. In Innerrhoden existieren viele landwirtschaftliche Bauten, die einerseits wegen schlechter Bausub-stanz, andererseits wegen zu geringen Stockhöhen praktisch nicht umzunutzen sind.
Die Lockerung des Raumpanungsgesetzes mache es nun möglich, dass – wie vor dem anschlägigen Bundesgerichtsentscheid zum Abbruch und Wiederaufbau eines Wohnhauses im Kapf – solche Objekte abgebrochen und durch einen leicht vergrösserten Neubau ersetzt werden können, sagt Ralph Etter, Sekretär des Innerrhoder Baudepartements. Das bedeute allerdings keinen Freipass: Vielmehr kämen die vormaligen Bestimmungen der Bauverordnung wieder zur Anwendung.
Wesentlich sei, dass nach einer Abparzellierung in einem bäuerlichen Ensemble ein aktuell gültiger Wohnbaustandard geschaffen werden könne. Eine Flut von Baugesuchen sei nicht zu erwarten. Im laufenden Jahr wurden bisher neun Abparzellierungen verbrieft, 2011 waren es elf übers ganze Jahr, 2010 ihrer sechzehn. Nur rund die Hälfte führe in der Folge zu einem Baugesuch.

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