Retter in fast allen Notsituationen

Pro Jahr erfolgen in Appenzell Ausserrhoden rund 100 Notrufe mit den Stichworten «bewusstlos» oder «Reanimation». Solche Notrufe stehen oft im Zusammenhang mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Der Kanton hat nun mit der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) eine Leistungsvereinbarung für den Aufbau und Betrieb eines «First Responder Plus»-Systems abgeschlossen.

  • Der Vertrag wurde auf der Schwägalp unterzeichnet: Martin Graf von der Alpinen Rettung Ostschweiz, Andres Bardill, ARS-Geschäftsführer, Yves Noël Balmer, Landammann, Franz Stämpfli, ARS-Stiftungsratspräsident, und Thomas Koller, Chef der Rettungsstation Schwägalp (von links).  (Bild: zVg)

    Der Vertrag wurde auf der Schwägalp unterzeichnet: Martin Graf von der Alpinen Rettung Ostschweiz, Andres Bardill, ARS-Geschäftsführer, Yves Noël Balmer, Landammann, Franz Stämpfli, ARS-Stiftungsratspräsident, und Thomas Koller, Chef der Rettungsstation Schwägalp (von links). (Bild: zVg)

Die Überlebenschance einer Person nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand sinkt bis zum Beginn qualifizierter Massnahmen jede Minute um 10 Prozent. Um die Überlebenschance zu erhöhen, ist qualifizierte Hilfe innerhalb von wenigen Minuten unerlässlich. Damit keine wertvolle Zeit verloren geht, leiten «First Responder» die Erstversorgung von Notfallpatientinnen und -patienten ein, bis der Rettungsdienst eintrifft. Damit verkürzen sie die interventionsfreie Zeit der professionellen Einsatzkräfte. «First Responder» haben sich in den letzten Jahren in der Schweiz zunehmend etabliert und sind inzwischen in vielen Kantonen im Einsatz.

Appenzell Ausserrhoden hat nun für den Aufbau und Betrieb eines solchen «First Responder»-Systems mit der Alpinen Rettung Schweiz (ARS) eine Vereinbarung abgeschlossen. Die ARS ist bereits erfahren im Aufbau von «First Responder»-Systemen in anderen Kantonen. Die Aus- und Weiterbildung der Ersthelfer sowie die alle zwei Jahre anstehenden Auffrischungskurse werden durch den Rettungsdienst des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden durchgeführt. Der Kanton vergütet der ARS die Kosten für die Startinvestition (Ausrüstung der Ersthelfer) pauschal mit 185’000 Franken sowie die jährliche Beitragspauschale für deren Leistungen mit 12’700 Franken, wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist. Die ARS stellt die Infrastruktur und den organisatorischen Rahmen des «First Responder Plus»-Systems zur Verfügung. Die Rettungsstation Schwägalp wird für die Umsetzung andere Rettungsorganisationen wie die Feuerwehr und den Samariterverein einbeziehen.

Nicht nur für Reanimationen

Die Erstversorgung von Notfallpatientinnen und -patienten durch «First Responder» soll sich in Appenzell Ausserrhoden aber nicht nur auf den Herz-Kreislauf-Stillstand beschränken, sondern weitere Notfallsituationen umfassen. Dieses Konzept heisst «First Responder Plus»: Die Ersthelfer werden nicht nur bei einer Reanimation via Sanitätsnotruf 144 alarmiert, sondern auch bei anderen lebensbedrohlichen Situationen wie Atemnot, starken Blutungen, schweren allergischen Reaktionen, Ertrinken, Stromunfällen, Bewusstlosigkeit oder Ersticken.

Sicherstellung der Bergrettung

Zugleich hat Appenzell Ausserrhoden die Vereinbarung mit der ARS zur Sicherstellung der Bergrettung erneuert. Die ARS übernimmt dabei von der Rettungsstation Schwägalp aus weiterhin die Rettung von verunfallten oder erkrankten Menschen im alpinen, voralpinen und schwer zugänglichen Kantonsgebiet und unterstützt polizeiliche Aufgaben. Die jährliche Beitragspauschale an die ARS für deren Leistungen beträgt neu 27’000 Franken, wie aus der Medienmitteilung der Kantonskanzlei hervorgeht.

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  • (Bild: Archiv/a24)

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