Potenzial von Wärmeverbunden aufzeigen

Mit einem Masterplan Energien will die Gemeinde Herisau die Abkehr von fossilen Energieträgern unterstützen. Die Gemeinde will selber mit gutem Beispiel vorangehen, aber auch Grundlagen für Investitionen aus der Wirtschaft schaffen.

  • (Symbolbild: Bigstock)

    (Symbolbild: Bigstock)

Die Senkung des Verbrauchs fossiler Energieträger ist unumgänglich, um der weltweiten Klimaerhitzung entgegenzuwirken. Die Reduktion des Verbrauchs von Öl und Gas ist nicht nur in der Energiestrategie des Bundes und im Energiekonzept des Kantons, sondern auch im Energiekonzept der Gemeinde festgehalten. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen aus dem Ausland zeigt sich angesichts des Ukrainekrieges einmal mehr besonders deutlich. Nun arbeitet die Energiekommission Herisau einen Masterplan Energien aus. Er soll aufzeigen, wo in Herisau – insbesondere durch Wärmeverbunde – fossile Brennstoffe durch erneuerbare Heizenergie ersetzt werden können, welche Energieträger dafür geeignet sind und wie wirtschaftlich die jeweiligen Lösungen sind. Überdies bildet er eine wichtige Grundlage für die laufende Ortsplanungsrevision.

Gebiet Ebnet nicht isoliert betrachten

Anstoss für den Masterplan Energien ist die Situation auf dem Ebnet, wo in den Schulhäusern Ebnet Ost und West sowie Waisenhaus, im Berufsbildungszentrum, in der Chälblihalle, im Zeughaus sowie im Altersheim Ebnet mittelfristig ein Ersatz der Heizung ansteht. Bei den Abklärungen für einen möglichen Wärmeverbund hat sich gezeigt, dass eine isolierte Betrachtung des Gebiets Ebnet nicht sinnvoll ist. Verschiedene Gebiete in Herisau befinden sich in der Entwicklung. Dazu zählen etwa das Bahnhofareal, das Gewerbegebiet Nordhalden und die Umgebung von Obstmarkt und Platz. Gleichzeitig gibt es in Herisau mehrere mögliche erneuerbare Energiequellen wie Erdwärme, Holz oder Abwärme von der ARA oder aus der Industrie. All dies soll in eine ganzheitliche Sicht einfliessen.

Anreiz für private Investitionen

Der Masterplan Energien soll als Vorleistung auch die Realisierung von Wärmeverbunden durch Drittunternehmen fördern. Diese koordinative und unterstützende Rolle bei der Realisierung von Wärmeverbunden ist im Energiekonzept der Gemeinde vorgesehen. Aber auch bei eigenen Liegenschaften wie jenen auf dem Ebnet sieht sich die Gemeinde in der Pflicht, eine Vorbildrolle einzunehmen. In der Projektorganisation wirkt nebst der Gemeinde auch der Kanton mit. Bei Bedarf werden zudem externe Fachpersonen beigezogen, beispielsweise aus Versorgungsunternehmen.
Die Kosten für die Ausarbeitung des Masterplans Energien belaufen sich auf 116’000 Franken. Knapp 47’000 Franken hat das Bundesamt für Energie als Beitrag zugesichert. Ziel ist es, dass der Masterplan Energien Herisau bis Ende 2022 vorliegt. Im Frühjahr 2023 erhält der Herisauer Gemeinderat von der Energiekommission konkrete Vorschläge für die Umsetzung.

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