«Osternsingen»: Einzig noch in Brülisau ein gelebter Brauch

Der Brauch des Ostersingens wird im Oberdorf seit Generationen von den Ministrantinnen und Ministranten der Pfarrei St. Sebastian gepflegt und gelebt. So konnte man auch heute Samstag den über 100jährigen Bettel –oder Heischebrauch beobachten.

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Bis Anfang des 20. Jahnhunderts war das Ostersingen auch in Appenzell bekannt. Kupferschmied Wilhelm Brander (1887-1968) und Robert Zimmermann (1887-1977) waren Repräsentanten des Brauches und gingen bis Schlatt und Leimensteig.

In Brülisau war die Zahl der «Oschterebuebe» bis Mitte der 1940er-Jahre auf vier beschränkt und entsprach der Anzahl Ministranten. Mittlerweile ist die Schar bis knapp zwanzig Kinder gewachsen, ausserdem kamen auch etliche Mädchen dazu. Mittlerweile wird dieser Brauch noch einzig und allein in Brülisau gepflegt.

Bevor die Schar losmarschiert wird von Mesmer Albert Manser fein säuberlich die Kleidung kontrolliert. Allesamt tragen eine graue Zwilchbluse, ein rotes Sennenhalstuch, einen Hut und einen «Hoogestecke». Für die Ministrantinnen und Ministranten ist dieser Anlass ein fixer Bestandteil im Kalender. Für sie selbstverständlich und Ehrensache.

Von der Kirche aus marschieren sie jeweils um acht Uhr in der Früh los. In zwei Gruppen sind sie den ganzen Tag unterwegs, ziehen von Haus zu Haus und Hof zu Hof. Im Halbkreis bereit stehen sie dann vor der Haustür um das «Osterlied» zum Besten zu geben. Mit dem Verkauf von gefärbten Eiern und auch Karfreitagseiern – welche besonders lange halten und sehr gesund sein sollen – verdienen sie so ihren «Lohn» für das Altardienen während des Jahres. Den Erlös teilen die Kinder und Jugendlichen untereinander auf. Ein Teil des Geldes geht in die Ministrantenkasse, wird für gemeinsame Anlässe verwendet oder für einen guten Zweck gespendet.

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