«Ösen Herrgottstag» mit unverhofftem Wetterglück

Der Regen wartete am Donnerstag glücklicherweise so lange, bis die Fronleichnamsfeierlichkeiten vonstattengegangen waren. Manchenorts konnte gar die Prozession durchgeführt werden.

Laut Wettervorhersage war es eindeutig: Der Fronleichnamsgottesdienst in Appenzell auf dem Kollegiplatz mit anschliessender Prozession durch das Dorf würde so nicht stattfinden können. Deshalb ist der Gottesdienst in der Pfarrkirche abgehalten worden. Frühzeitig traf man sich auf dem Kirchenplatz, die griffbereiten Schirme konnten jedoch geschlossen bleiben. Die Frauen, die im Hinblick auf diesen grossen Festtag bereits «d’Schlotte» bereitgelegt hatten, waren stattdessen in ihre Werktags- oder Barärmeltracht geschlüpft. Die Erstkommunikanten durften nochmals ihr weisses Kleid tragen und warteten aufgeregt auf den Einzug in die Kirche von Appenzell. Diese war herrlich geschmückt mit viel Buchenlaub und prächtigen Blumenbouquets in Grün und Gelb.

Bischof Markus Büchel zu Gast

Standespfarrer Lukas Hidber hiess nicht nur die Gottesdienstbesucher, Trachtenfrauen, Erstkommunikanten, «Täfelimeedle», Behördenmitglieder und Fähnriche mit ihren Junkern willkommen, sondern ganz besonders auch Bischof Markus Büchel. Er freue sich sehr, Fronleichnam in Appenzell zum ersten Mal miterleben und mitfeiern zu dürfen, sagte der Bischof bei seiner Begrüssung. Und das erst noch genau in dem Jahr, in dem er das Pensionsalter erreiche. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Kirchenchor und von der Musikgesellschaft Harmonie. Weil sich die angekündigten dicken Regenwolken irgendwo anders als über dem Dorf zusammenbrauten, konnte dann tatsächlich noch die Prozession auf der Route der Monatsprozession durchgeführt werden.

Der Himmel blieb auch nach dem eucharistischen Segen noch eine Weile blau, sodass wohl die allermeisten trockenen Fusses nach Hause gelangt sind.

Keine Prozession in Schwende

Anders als in Appenzell wurde in Schwende auf die Prozession verzichtet. Dies, weil der definitive Entscheid wegen der vorhergesagten Niederschläge bereits am Vorabend gefällt worden war. Das Fronleichnamsfest wurde in der Kirche gefeiert. Obwohl es keine Prozession gab, verfolgten viele Trachtenfrauen und -mädchen, Erstkommunikanten, Fronleichnamsschützen, Pfarreimitglieder und Besucher in der festlich geschmückten Kirche die Predigt von Stephan Dähler, dem Provinzial der Steyler Missionare in Mitteleuropa. Beim anschliessenden Apéro im Freien nutzte man die Zeit für gemeinsame Gespräche, bestaunte die präzise ausgeführten Ehrensalven der Fronleichnamsschützen und genoss den Gesang der «Bombuebe», welche auch in diesem Jahr das Fest musikalisch bereicherten.

Mit dem Ausklingen der letzten Töne zeigte sich dann kurz vor Mittag der vorhergesagte Regen mit voller Stärke und beendete das diesjährige Fronleichnamsfest.

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