Ökumenische Ostermorgenbesinnung auf dem Friedhof Herisau

Zahlreiche Menschen versammelten sich am Sonntag um 6.30 Uhr zur gemeinsamen ökumenischen Ostermorgenbesinnung. Geleitet wurde die Besinnung von Iris Schmid (katholische Pfarrei), Ursi Baumann (Kirchenvorsteherschaft der evangelisch-reformierten Kirche) und Chris Forster (Evangelisch-methodistischen Kirche).

  • Die bange Zeit des Zweifels, der Angst und der Verzweiflung fand am Ostermorgen ein Ende und musste der Freude und dem Glauben Platz machen. (Bild: Iris Schmid)

    Die bange Zeit des Zweifels, der Angst und der Verzweiflung fand am Ostermorgen ein Ende und musste der Freude und dem Glauben Platz machen. (Bild: Iris Schmid)

In der Morgendämmerung erinnerten sich die Gläubigen an das, was in dieser Zeit beschäftigt. So hiess es in der Predigt etwa: «Wir kommen vom Karfreitag her, vom Karfreitag, den gerade jetzt so viele Menschen erleben, in der Ukraine, in Syrien, in Afghanistan und so vielen anderen Orten auf dieser Welt. Wir glaubten an Verträge und sehen Panzer rollen. Wir sehen so viele Häuser in Trümmern, wir sehen so viel Leid. So viele Tränen, wir trauen unseren Augen nicht. Wir glaubten an die Vernunft und jetzt bricht alles weg.» Karfreitag steht für Unsicherheit, Angst und Verzweiflung, denn Jesus der Hoffnungsträger wurde ermordet und lag tot im Grab. Aber auch im Leben jedes einzelnen gibt es Karfreitag: Trauer, vom Schmerz geprägte Vernarbungen, alte Wunden, die immer noch weh tun, der Abschied von liebgewordenen Menschen, zerbrochene Träume, Pläne für die Zukunft, Hoffnungen auf Glück. Gemeinsam ging man durchs Tor des Friedhofes, löste sich von der Ohnmacht des Karfreitags, im Vertrauen, dass Gott die leeren Hände füllt.

Der Ostertext aus dem Lukasevangelium begleitete die Anwesenden. Dort machten sich Frauen auf, um den Leichnam von Jesus mit Öl zu behandeln und um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Doch als sie am Grab ankamen, da war Jesus weg. Zwei Männer in leuchtenden Gewändern sagten zu ihnen: «Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war.» Mit dieser Botschaft der Hoffnung und mit dem Glauben an die Auferstehung der Toten machte man sich mit einem «Auferstehungslicht» auf zu den Gräbern, wo ein lieber Mensch seine letzte irdische Ruhestätte gefunden hat.

Zurück am Feuer und mit der im Hintergrund aufgehenden Sonne wurde noch einmal die Aussage der Engel am Grab zur Botschaft der Hoffnung: «Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden.» 

Anschliessend an diese Osterbesinnung waren alle zum Osterbrunch in der Evangelisch-methodistischen Kirche eingeladen.

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