«Öberegfahre i Potersalp»

Nun hat der Alpsommer 2024 definitiv begonnen. Denn mittlerweile ist auch auf den höher gelegenen Alpen wieder Leben eingekehrt.

Bei herrlichstem Wetter sind am letzten Samstag die Sennen in die Potersalp gezogen. Kurz nach 6 Uhr in der Früh mischte sich der Schellenklang und das Singen und Zaure zum lebhaften Vogelgezwitscher. Davon wurden auch die Murmeli wach, neugierig hockten sie auf den Felsbrocken und beobachteten aus sicherer Entfernung das sennische Geschehen.

Zuerst erschien auf den kurvenreichen Wegen jeweils ein Schöppeli schneeweisser, sauber gestriegelter Geissen. Emsig folgten sie dem Gäässbueb oder mussten vom Gäässmeedli angestupst werden, wenn sie von den saftigen Alpkräutern am Wegrand angelockt wurden. Sofort gehorchten sie aber und eilten mit vollen Backen weiter. Einige der Potersalp-Sennen sind aus Urnäsch und kommen über die Chammhalde. Und just bei der Ankunft auf dem Grat schien ihnen die Morgensonne ins Gesicht – in einem solchen Moment kann man gar nicht anders, als herzhaft zu zauren.

In aller Ruhe ging es dann der jeweiligen Hütte zu. Und die Tiere, die nicht zum ersten Mal «öberegfahre» sind, haben schon gewusst, wohin sie gehören. Genüsslich senkten sie die Köpfe ins taufrische Berg­gras. Die Geissen taten es ihnen gleich und tummelten sich friedlich zwischen den Kühen. Dazu genossen sie die wunderbaren Klänge von den Hütten her, wo sich auch ihre Meister und die Sennen vom langen Marsch erholten. Da wurde einerseits für das leibliche Wohl gesorgt und andererseits immer wieder «e Zäuerli gno». Auf dass der Alpsommer 2024 für Mensch und Tier ein gesunder und glücklicher wird!

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