Nutzungsabklärungen für das Kapuzinerkloster

Das Innerrhoder Volkswirtschaftsdepartement wurde von der Standeskommission beauftragt, ein Projekt zur Abklärung der Nutzung des Kapuzinerklosters Appenzell aufzugreifen und unter Einbindung der Bevölkerung sinnvolle Perspektiven aufzuzeigen.

  • Das Kapuzinerkloster Appenzell soll bedürfnisorientiert genutzt werden. Nun geht es darum, die langfristigen Nutzungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. (Bild: zVg / ©appenzell.ch)

    Das Kapuzinerkloster Appenzell soll bedürfnisorientiert genutzt werden. Nun geht es darum, die langfristigen Nutzungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. (Bild: zVg / ©appenzell.ch)

Nach über 400 Jahren wurde das Kapuzinerkloster Appenzell 2011 unentgeltlich an den Kanton Appenzell Innerrhoden übergeben. So wurde es in einem Vertrag zwischen dem Kanton und den Schweizer Kapuzinern aus dem Jahr 1925 festgehalten.

Abriss der Anlage wurde diskutiert

Seit der Übergabe wurde in verschiedenen kantonalen Gremien über die zukünftige Nutzung des Klosters diskutiert. Als Grundlage für die Nutzungsplanung wurde im Jahr 2013 eine Zustandsanalyse erstellt, welche auch das mögliche Entwicklungspotenzial aufzeigt. Diverse Nutzungsarten wurden geprüft: zum Beispiel der Zusammenschluss aller öffentlichen Bibliotheken des Kantons, die Nutzung der Räumlichkeiten für die Verwaltung oder der Betrieb einer Herberge durch Dritte. Zwischenzeitlich wurde auch der Abriss der Anlage diskutiert. Diese Option wurde allerdings verworfen, da die gesamte Klosteranlage unter Denkmalschutz steht.

Nach eingehenden Diskussionen rund um die Nutzung des Klosters konnte keine überzeugende Lösung gefunden werden, sodass bis heute kein langfristiges Konzept besteht. Die Anlage wird zurzeit für die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden, kulturelle Veranstaltungen und gelegentlich auch als Gerichtssaal genutzt.

Möglichkeiten für Nutzung aufzeigen

Das Innerrhoder Volkswirtschaftsdepartement wurde von der Standeskommission beauftragt, das Projekt einer zukünftigen Nutzung erneut aufzugreifen und unter Einbindung der Bevölkerung und verschiedener Anspruchsgruppen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Klostergebäude und das Klosterareal sinnvoll genutzt werden können. Die Nutzungsmöglichkeiten sollen im Sinn einer langfristigen Planung abgeklärt, breit abgestützt und schliesslich von der Standeskommission festgelegt werden. «Die heutigen Nutzerinnen und Nutzer werden in geeigneter Weise in den Prozess eingebunden», versichert das Amt für Wirtschaft in seiner Medienmitteilung vom Freitag. Sollten sie in einem künftigen Konzept keinen Platz mehr finden, seien Überlegungen anzustellen, wo sie untergebracht werden könnten, heisst es darin weiter.

Eine Begleitgruppe, welche die verschiedenen Interessen vertritt, ist bereits zusammengestellt. Vertretungen des Volkswirtschaftsdepartements, des Bau- und Umweltdepartements, der Denkmalpflege und einer externen Beratung bilden als Projektgruppe das Kernteam des Projekts unter der Leitung von Landammann Roland Dähler.

Nachdem drei Beratungsbüros ihre Offerten zum Umnutzungsprozess präsentiert hatten, erfolgte die Auftragsvergabe an die Arbeitsgemeinschaft «Architekturbüro Timon Reichle» und «Planval AG». Die Arbeitsgemeinschaft wird den partizipativen Prozess leiten und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und evaluieren. Die Resultate der Abklärungen werden im Frühjahr 2024 erwartet. Alle Informationen zum Projekt finden sich auf der Kantonswebsite unter www.ai.ch/kapuzinerkloster.

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