Neues Kompetenzzentrum für Familienpolitik gegründet

In Anwesenheit von rund 40 Gründungsmitgliedern und Behördenvertretungen wurde heute in St.Gallen der Verein Pro Familia Ostschweiz gegründet. Zweck dieser Organisation ist die Förderung der Familienpolitik in der Region Ostschweiz (Kantone Thurgau, St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden).

  • Die neue regionale Sektion der Pro Familia möchte die Vernetzung in Familienbelangen verbessern. (Bild: pd)

    Die neue regionale Sektion der Pro Familia möchte die Vernetzung in Familienbelangen verbessern. (Bild: pd)

Pro Familia Ostschweiz versteht sich als Sprachrohr für Themen, die Familien betreffen. Der Verein übernimmt die Koordination für familienfreundliche Rahmenbedingungen im privaten, geschäftlichen und politischen Umfeld, initiiert und beteiligt sich an ausgewählten Projekten zur Realisierung der Vereinsziele und vernetzt entsprechende Organisationen. Pro Familia Ostschweiz ist eine regionale Sektion der Dachorganisation Pro Familia Schweiz.

Lücke geschlossen

Auch wenn im Bereich Familienpolitik bereits verschiedenste Organisationen erfolgreich aktiv sind, fehlte in der Ostschweiz bisher eine gemeinsame Plattform und eine Koordinationsstelle für Familienbelange. Der Verein Pro Familia Ostschweiz, welcher parteipolitisch unabhängig und gemeinnützig ist, schliesst nun diese Lücke. Die Schwerpunkte seiner Aktivitäten im ersten Vereinsjahr liegen in der Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, in der Bekanntmachung des Vereins und im Aufbau der Informationskanäle, in der Vernetzung von bestehenden Organisationen sowie im Aufzeigen und Mitgestalten aktueller familienpolitischer Herausforderungen. In Anbetracht des akuten Mangels an Fachkräften in den meisten Branchen kommt der Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und – damit verbunden – dem Wiedereinstieg von Eltern in die Arbeitswelt besondere Bedeutung zu.

Repräsentativer, erfahrener Vorstand

Ein erfahrener, breit zusammengesetzter Vorstand setzt sich für die Ziele des Vereins ein. Als erste Präsidentin amtiert Christine Egger-Schöb aus Eggersriet. Als Unternehmerin und Mutter weiss sie aus eigener Erfahrung um die Bedeutung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die weiteren Mitglieder des Vorstandes bringen wichtige und langjährige Erfahrungen aus Politik, Wirtschaft und sozialen Organisationen ein. Es sind dies:

  • Kathrin Bünter, Kindergärtnerin/Erwachsenbildnerin FH, Kantonsrätin Thurgau, Gerlikon
  • Michael Götte, Leiter kantonale Politik IHK Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell, Gemeindepräsident Tübach, Kantonsrat St.Gallen, Tübach
  • Barbara Gysi, dipl. Sozialpädagogin, Nationalrätin Kanton St.Gallen, Wil
  • Annette Nimzik, Präsidentin Frauenzentrale St.Gallen, St.Gallen
  • Domenica Tischhauser, Unternehmerin, Teufen

Behördliche Unterstützung gesichert

Im Rahmen der Gründungsversammlung fand auch ein Round Table von Behördenvertretungen zum Thema «kantonale Familienpolitik» statt. Dabei zeigte sich, dass Pro Familia Ostschweiz auf die Unterstützung der vier Kantone im Vereinsgebiet zählen darf. In den Voten der Kantonsvertretungen kam viel Goodwill zum Ausdruck. Dies ist Ansporn und Verpflichtung zugleich, die Vereinsziele zügig und umfassend umzusetzen.
Prof. Dr. Andreas Hack, Direktor Institut für Organisation und Personal, Universität Bern, zeigte in seinem Festreferat mit dem Titel «Jenseits flexibler Arbeitszeitmodelle: Wie die Persönlichkeit Konflikte zwischen Beruf und Familie beeinflusst» auf, dass für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Zukunft verstärkt die individuellen Unterschiede in der Persönlichkeit der Mitarbeitenden berücksichtigt werden müssen. Nicht jede Massnahme entfaltet für alle Mitarbeitende die gleiche positive Wirkung.

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  • (Symbolbild: hr)

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