Neuer Schulrat gewählt, neue Orgel geplant

Die Eggerstandner besuchten in der St. Josefskirche zuerst die Schulgemeinde- und anschliessend die Kirchgemeinde-Versammlung. Sie wählten einen neuen Schulrat und beschlossen die kleine Kirchenorgel zu ersetzen.

  • Sepp Dörig wurde für das Ressort Anlagen und Bauten in den Schulrat von Eggerstanden gewählt. (Bilder: mo)

    Sepp Dörig wurde für das Ressort Anlagen und Bauten in den Schulrat von Eggerstanden gewählt. (Bilder: mo)

  • Kirchenratspräsident Albert Dörig. (Bilder: mo)

    Kirchenratspräsident Albert Dörig. (Bilder: mo)

  • Die Tasten der Orgel klemmen und sie trifft nicht mehr alle Töne. Die Kirchgemeinde Eggerstanden beschloss, neue Möglichkeiten zu prüfen, anstatt das Instrument zu revidieren. (Bilder: mo)

    Die Tasten der Orgel klemmen und sie trifft nicht mehr alle Töne. Die Kirchgemeinde Eggerstanden beschloss, neue Möglichkeiten zu prüfen, anstatt das Instrument zu revidieren. (Bilder: mo)

«Ganz z’ossescht , fascht im Rhintlerwald, gaanz nooch bim Fehnerehang föndscht du e chlises Dööfli bald… De Heschbeg wacht dei sönnig guet wiit öbe s’Heemettal grad wies s’St.Josefs Chölchli tuet…». Die Teilnehmenden stimmten sich nach dem Apéro, den die Jugendorganisation bewerkstelligt hatte, mit dem Lied «Mis Heemetdööfli» innig singend auf die Schul- und Kirchgemeindeversammlung ein.

Eggerstanden lebe stark von der Gemeinschaft, sagte Schulratpräsidentin ­Miriam Koller-Näf zur Begrüssung. Im kleinen Dorf am östlichen Rand des inneren Landesteils gibt es zehn Vereine. «Dafür braucht es viele engagierte Leute». Es lohne sich auch, sich für die Belange, der Kirch- und Schulgemeinde zu engagieren. Aktuell brauche es Abwägungen, was weiterbestehen kann und soll. Das habe den Schulrat angesichts sinkender Schülerzahlen beschäftigt. «Ich glaube wir haben den Rank gefunden», sagte sie im Hinblick auf die ganzheitliche Lösung des Altersdurchmischten Lernens (AdL), die mit dem Einverständnis der Schulbürgerinnen und Schulbürger umgesetzt werden soll.

Neuen Schulrat gefunden

In der ordentlichen Schulgemeindeversammlung ging Koller-Näf nicht näher auf die Diskussion zur Zukunft der kleinen Landschule ein. Am 12. März hatte dazu eine gut besuchte Informationsveranstaltung stattgefunden. Nun werde der nächste Schritt zum Unterrichtsmodell AdL eingeleitet, das ab dem Schuljahr 2025/2026 praktiziert werden soll. Gleichzeitig werde geprüft, welche finanziellen und baulichen Auswirkungen das mitbringe. Die Schulbürgerinnen und -bürger würden über den Prozess informiert, und das ausgearbeitete Konzept werde ihnen unterbreitet, versprach sie.

Ernst Widmer, seit neun Jahren im Schulrat, hat demissioniert. Das Gremium freute sich, dass die Versammlung den vorgeschlagenen Sepp Dörig als seinen Nachfolger ins Ressort Anlagen und Bauten gewählt hat. Die verbleibenden Schulräte (Präsidentin Miriam Koller, Kassier Reto Manser, Aktuarin Manuela Büchler, Franziska Dörig sowie die Revisoren) wurden für ein weiteres Amtsjahr mit Applaus bestätigt. Die Rechnung der Schulgemeinde Eggerstanden schliesst mit einem Überschuss von 58 551 Franken, viel weniger als budgetiert. Sie wurde ohne Gegenstimme genehmigt.

In Eggerstanden leben 69 Schulpflichtige; zwei davon besuchen die Kleinklasse, acht die Sekundarschule und zehn das Gymnasium in Appenzell, zwei privat oder Sportschulen. Den Kindergarten besuchen vier «Grosse» und sechs «Kleine». Kindergärtnerin Regula Inauen feierte ihr zehnjähriges Dienstjubiläum. Ivo Bürge unterrichtete im vergangenen Jahr wegen Personalmangels auch Kinder der 5./6. Klasse aus Brülisau.

In den nächsten Jahren wird die Zahl der Primarschulkinder wahrscheinlich sinken, jene der Oberstufenabsolventen steigen. Die Schülerzahlen hängen von der Bautätigkeit in Eggerstanden und dem Zuzug von Familien ab, erinnerte Koller-Näf.

Auswahl aus zwei Optionen

Ebenfalls speditiv wurde anschliessend die Kirchgemeindeversammlung mit 62 stimmberechtigten Katholikinnen und Katholiken und ein paar Gästen und Zugewandte abgehalten. Die Jahresrechnung schliesst mit einem kleinen Defizit von 3197 Franken. Das Eigenkapital beträgt per Ende 2023 noch 455 975 Franken. Das löste eine Diskussion zum Steuerfuss aus. Da die Kirchgemeinde keine Rückstellungen tätigt, sei ein dickes Finanzpolster sinnvoll und ebenso der gleichbleibende Steuerfuss von 18 Prozent, erläuterte Kirchenratspräsident Alfred Dörig. Auch weil mittelfristig die Kirchendachsanierung anstehe und stets mit Renovationen von Wohnungen gerechnet werden müsse; ausserdem müsse das Bauprojekt «Chölcheblick» vorfinanziert werden. Der Kirchenrat beantragte, den Steuerfuss zu belassen. Damit zeigte sich die Versammlung wie bei allen andern Abstimmungen einstimmig einverstanden.

Sie wählte ausserdem aus zwei Optionen: Anstatt die alte Orgel für 40 000 Franken komplett revidieren zu lassen, soll das Nötigste repariert werden und eine Offerte für eine moderne elektronische Lösung samt Beschallungsanlage eingeholt werden. An der nächsten Kirchhöri soll diese den Kirchbürgern vorgelegt werden.

Überbauung kann realisiert werden

«Die Tasten der kleinen Orgel klemmen und die Pfeifen treffen nicht mehr jeden Ton», erzählte Dörig. Die Vorschläge für eine Lösung des Problems unterbreitete der Kirchenrat, weil er ausgerechnet hatte, dass eine Orgel, die alle 25 Jahre revidiert und jedes Jahr gestimmt werden muss, eigentlich teuer zu stehen kommt: 2600 Franken jährlich.

Alle Mitglieder des Kirchenrats Egger-standen wurden mit Applaus wiedergewählt: Präsident Albert Dörig, Kirchenpfleger Martin Fuster, Aktuar Daniel Signer, die Beisitzenden Jeanette Schmid und Sepp Räss sowie Nicole Signer und Albert Mösler, die sowohl Kirchgemeinde- wie Schulgemeinderechnung revidieren.

Albert Dörig freute sich, bekannt zu geben, dass – nach einer zusätzlichen Beratungsrunde mit der Heimatschutzkommission und der Neueingabe der Baupläne im Januar – die Baubewilligung für das von der Kirchgemeinde gutgeheissene Bauvorhaben «Chölcheblick» eingetroffen ist: ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten. Es wird mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren gerechnet.

Die Versammlung stimmte zum Schluss zu, wie alle katholischen Kirchgemeinden Innerrhodens sich an der Sanierung der Kirche des Klosters Wonnenstein zu beteiligen. Der aufgrund der Anzahl Kirchbürger berechnete Betrag von 4656 Franken kann in Raten – «besser aufs Mal», wie Albert Dörig meinte – bezahlt werden.

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  • Symbolbild: bigstock

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